Ulcerate – Shrines Of Paralysis

| 28. Oktober 2016 | 0 Comments
Ulcerate

(c) Relapse Records

Kann technischer Death Metal auch doomig klingen? Wenn es nach dem neuseeländischen Trio Ulcerate geht, dann lautet die Antwort ‚Ja‘. Mit über eineinhalb Jahrzehnten an Erfahrung und einem konstanten Fluss an spannenden wie anspruchsvollen Alben konnten sich die Herren von der Südhalbkugel nach und nach auch im Rest der Welt als Geheimtipp etablieren und sind mittlerweile bei den Vorzeige-Krachmachern von Relapse untergekommen. Auf „Shrines Of Paralysis“ zeigen sie sich von ihrer Schokoladenseite.

Ganze 58 Minuten dauert die wahnwitzige Serie von Attacken und musikalischen Wechselspielen an, die ohne Frage an die Substanz geht. Bereits der Opener „Abrogation“, mit knapp unter sechs Minuten Spielzeit der kürzeste reguläre Song, schaltet im Nu auf Angriff, nimmt sich aber ebenso gerne Zeit für gedrosseltes Tempo. Death Doom und dichte, geradezu klaustrophobe Stimmung ziehen tief in den Abyss. Beinahe schwarzmetallisch mutet die Atmosphäre an, wird aber immer wieder förmlich von Tech-Death-Attacken zerstückelt.

In ähnlicher Manier gestaltet sich auch der Rest des Albums. Exemplarisch sei das über neun Minuten lange Herzstück „Shrines Of Paralysis“ herangezogen. Der Titelsong braucht eine ganze Weile, um in Fahrt zu kommen, und übt sich fortan in pointierter, rücksichtsloser Zerstörung mit wilder Explosivität. Immer wieder geht das Tempo kurz weg, wobei ein „Extinguished Light“ die doomige Seite des Trios besser repräsentiert. Mit betont zäher Präsentation, herrlich dynamischer Rhythmusabteilung und gutturalen Growls über gemächlicher Anti-Melodik setzt schnell wohlige Schockstarre ein.

Die wilde, pointierte Attacke gelingt: Freilich hat „Shrines Of Paralysis“ stellenweise etwas von Dauerfeuer, doch mit fortlaufender Spielzeit und offenem Ohr lassen sich selbst in den Brechstangen-Exkursen herrliche Anflüge von Dynamik erkennen. Doomige und sogar schwarzmetallische Passagen bekommen Ulcerate überdies richtig gut. Anspruchsvolle Hässlichkeit klingt nur selten so unterhaltsam.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.10.2016
Erhältlich über: Relapse Records (Rough Trade)

Website: www.ulcerate-official.com
Facebook: www.facebook.com/Ulcerate

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Category: Magazin, Reviews

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