Krypts – Remnants Of Expansion

| 26. Oktober 2016 | 0 Comments
Krypts

(c) Samu Salovaara

Eine Horde finnischer Doom-Priester zelebriert den Weltuntergang: Wo Krypts ihr Death-Doom-Gebräu auspacken, wächst kein Gras mehr. Der brachiale und doch pointierte Sound der Herren aus dem frostigen Norden erinnert ein wenig an den skandinavischen Underground-Sound der 90er, gestreckt mit purer Bosheit und Dauerdruck. „Remnants Of Expansion“ entpuppt sich als herrlich hässliches und süchtig machendes Stück Musik.

Der mit Abstand längste Song wartet gleich zu Beginn. „Arrow Of Entropy“ mit seinen knapp elf Minuten Spielzeit als Auftakt zu drapieren, hat durchaus kuriosen Charme, funktioniert aber. Schmerzerfülltes Knurren und tiefe Growls gestalten das infernale, gelegentlich an Black-Metal-Klänge angrenzende Arrangement immer wieder aus. Es riecht nach tiefer Verzweiflung und Weltuntergang, nach Hoffnungslosigkeit und emotionaler Implosion. Krypts vermögen mit diesem unwirtlichen Bastard die Spannung tatsächlich über die gesamte Spieldauer zu halten.

Hernach gestaltet sich das übrige Material herrlich abwechslungsreich. Die Blackened-Death-Wirbelstürme von „Entrailed To The Breaking Wheel“ rauben mit schierer infernaler Wut und verkappter, nihilistischer Melodik sämtliche Sinne auf gewohnt geschickte Weise. Ein „The Withering Titan“ versinkt zunächst hingegen vollends in doomiger Selbstaufgabe, bevor gen Halbzeit mehr und mehr Old-School-Death-Metal-Action an die Oberfläche dringt. Mit mächtig Dampf und rasender Wut finden die Finnen einen herrlich undergroundigen wie spektakulären Zugang zu diesem altbackenen Sound.

In gerade einmal 33 Minuten frühstücken Krypts dieses Album ab, doch die haben es sich in sich. Wüste Grautöne, tiefstes Schwarz und null Hoffnung gestalten das schauerlich schöne, deprimierende „Remnants Of Expansion“ aus. Gerade die nicht zu verhehlenden 90s-Bezüge der Finnen sind alles andere als neu, in ihrer Kompromisslosigkeit aber eine willkommene Abwechslung zum gängigen kontemporären, oft ziellos wirkenden Genremix, bloß um des Vermischens willen. Katharischer Hass gepaart mit Aussichtslosigkeit und infernaler Dynamik – perfekt für Nebelbänke und Morgenfrost.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.10.2016
Erhältlich über: Dark Descent Records

Facebook: www.facebook.com/Kryptsdeath

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Category: Magazin, Reviews

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