Psalm Zero – Stranger To Violence

| 13. Juli 2016 | 0 Comments
Psalm Zero

(c) Justina Villanueva

Die Apokalypse ist nah und Psalm Zero liefern den passenden Soundtrack dazu. Irgendwo zwischen Post Punk, Extreme Metal, Synthi-Wahn, Industrial und Darkwave gestaltet das New Yorker Trio verzweifelte, karge Klanglandschaften mit überraschend aufbrandenden Hooklines und noisigem Störfeuer. Das zweite Album „Stranger To Violence“ verbindet einzelne Tracks der Tape-Serie „The Birthright Trilogy“ mit brandneuem Material.

Noch haben sich einige Gitarren eingeschlichen, doch das könnte sich künftig ändern – Saitenvirtuose Andrew Hock hat die Band mittlerweile verlassen. Die ungewisse Zukunft soll aber keinesfalls von der faszinierenden Gegenwart ablenken, unter anderem vom herrlich dissonanten „Real Rain“ getragen. Zwischen Stakkato-artigen Industrial-Attacken, Post-Punk-Pop-Ausflügen und eingängigen Melodien decken Psalm Zero so ziemlich das gesamte Spektrum ihres zweiten Albums in etwas über sechs durchaus unterhaltsamen Minuten ab.

Vor allem die Synthi-Teppiche können anfangs abschrecken, legen sie sich doch wie eine Art Film über die Arrangements, drohen diese in manchen Momenten sogar zu ersticken. Ein „White Psyche“ braucht entsprechend lange, um seine volle Strahlkraft zu entfalten, lebt aber von der Dramatik zwischen Ohrwurm-Hook und extremer Noise-Verzweiflung. Mit dem Opener „Stranger To Violence“ bringen die US-Amerikaner ihren Sound auf den Punkt: fünf Minuten Trauermarsch, stark von Gang Of Four und Christian Death geprägt, dabei stets erhaben und unverschämt eingängig.

Einzig das überlange „Oblivion’s Eye“ fällt ab, gerade aufgrund seines viel zu langen, bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Auftakts. Da hilft der Hauch von Dramatik gegen Ende auch nicht mehr. Zwar drückt das Fehlen echter Überflieger die Gesamtwertung ein wenig, dennoch ist diese Platte am vermeintlichen Scheideweg eine interessante Angelegenheit. Wo genau der Weg von Psalm Zero ohne Gitarrist hingegen wird, muss sich erst zeigen. Im Spannungsfeld zwischen Elektronik, Pop und Metal bzw. Noise gestaltet sich „Stranger To Violence“ gleichermaßen als faszinierende Bestätigung sowie Antithese zum Albumtitel – ein Trip mit Suchtfaktor, wohl aber nicht frei von Schönheitsfehlern.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 15.07.2016
Erhältlich über: Profound Lore Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/psalmzeronyc

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Category: Magazin, Reviews

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