Black Space Riders – Beyond Refugeeum E.P.

| 11. Mai 2016 | 0 Comments
Black Space Riders

(c) Black Space Riders

Dass nicht alle Songs, die im Rahmen einer Album-Session aufgenommen werden, auch auf Platte landen, ist gang und gäbe. Black Space Riders hatten sich auf „Refugeeum“ vergangenes Jahr für ein vergleichsweise engmaschiges musikalisches und inhaltliches Konzept entschieden. Im Zuge der Aufnahmen entstanden vier weitere Songs, die sich komplett davon abhoben, allerdings auch zu gut waren, um für immer im Archiv zu verschimmeln. Als „Beyond Refugeeum E.P.“ verwirren und bezaubern sie nun gleichermaßen.

Vier Tracks so unterschiedlich wie Tag und Nacht, die noch dazu über weite Strecken mit dem brechen, was man bislang von Black Space Riders kennt – das strengt gerade bei den ersten Durchläufen ziemlich an. Aber der Reihe nach: „Willkommen“ ist das erste Instrumental der Bandgeschichte und erinnert zuweilen angenehm an Long Distance Calling. Zwischen stoischer Ruhe und psychedelisch anmutender Härte funktioniert dieses Wunderwerk sofort. Sperriger gestaltet sich da schon „Freedom At First Sight“, das Post Punk und Wave Rock mit metallischen Riffs und 80s-New-Romantics-Vocals mischt – kurios aber letztlich ansprechend.

Das zwischendurch eingeschobene Monster „Droneland“ ist vergleichsweise typisch für den Sound des Quintetts. Mehrfache rhythmische Explosionen, überraschend synthetischer Unterbau und ein wiederholt explodierender Refrain stellen die Zeichen schnell auf Hit. „Starglue Sniffer“ gibt sich nicht nur funky Metalklängen hin, es packt auch urplötzlich ein fieses Prince-Falsett aus. Geht’s noch? Noch kurioser wird es nur mit dem Bonus-Material – einem atmosphärischen Drone-Remix von „Vortex Sun“ und dem an Project Pitchfork erinnernden „Gravitation“, der clubtauglichen Electro-Version von „Give Gravitation To The People“.

Gerade diese letzten drei Tracks stellen vor Rätsel. Meinen die das wirklich ernst? Ja, tun sie, und machen damit verdammt noch mal alles richtig. Das Material auf „Beyond Refugeeum E.P.“ fordert Hörgewohnheiten heraus und bricht über weite Strecken mit dem, was man von Black Space Riders kennt. Mehrere Anläufe sind von Nöten, gerade angesichts der zweiten Hälfte der EP, doch diese lohnen sich, denn hinter jedem Cut verstecken sich grandiose Ideen, kleine Hits und selbst kuriose Electro-Spielereien, die ihren Reiz haben. Hut ab vor dieser Vielschichtigkeit.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.05.2016
Erhätlich über: Black Space Records (Cargo Records)

Website: www.blackspaceriders.com
Facebook: www.facebook.com/BlackSpaceRiders

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Category: Magazin, Reviews

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