Gadget – The Great Destroyer

| 7. März 2016 | 0 Comments
Gadget

(c) Erik Larsson

Nur ein Monat nach Magrudergrind erweckt Relapse die nächsten Grind-Urgesteine aus dem Tiefschlaf. Dieses Mal sind Gadget an der Reihe, eine der wenigen Überlebenden des schwedischen Genre-Booms vor Äonen. Stolze zehn Jahre ist ihr letztes Album bereits her, man arbeitet einfach verdammt langsam. Falls das Quartett in Vergessenheit geraten sein sollte, so ruft „The Great Destroyer“ schnell wieder in Erinnerung, warum Gadget so wichtig sind.

Von der ersten bis zur letzten der knapp 27 Minuten machen die Schweden ordentlich Lärm, und das zumeist im klassischen Grind-Sektor. Lieblings-Blendgranaten sind schnell gefunden: „Enemies Of Reason“, „Forsaken“, „From Graduation To Devastation“ mit seinem verkürzten Groove-Auftakt und das fiese „Svart Hål“ brennen sich schnell ein. Wenn dann mal das Tempo etwas rausgenommen wird, beispielsweise im sägenden Death-Doom-Brocken „In The Name Of Suffering“, strahlen Gadget eine beeindruckende Mischung aus Souveränität, Routine und Gefahr aus.

Letztlich fällt ein Song komplett aus dem Rahmen, nämlich das finale „I Don’t Need You / Dead And Gone“ mit stolzen fünfeinhalb Minuten Spielzeit. Knüppelhart legt das Quartett los, packt eine Grind-Salve nach der anderen aus, und wechselt schließich sukzessive Richtung Doom, Noise und Weltschmerz. Von Sekunde zu Sekunde lässt sich der absolute Verfall mithören, bevor nach wenigen Zuckungen ein Squeal gen Fade geleitet.

Freilich, einen Originalitätspreis werden Gadget für ihr Full-Length-Comeback nach einer Dekade nicht erhalten, doch das erwartet man sich – gerade bei Grind – auch nicht. „The Great Destroyer“ vermengt typisch dynamische, aggressive Westentaschen-Wüteriche mit dezenten, pointiert gesetzten Ausflügen gen bleierne Schwere und Zerstörungswut der alten Schule. Simpel und doch effektiv – welcome back.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.03.2016
Erhältlich über: Relapse Records (Rough Trade)

Facebook: www.facebook.com/GadgetGrindcore

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Category: Magazin, Reviews

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