…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – IX

| 16. Oktober 2014 | 0 Comments

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Die Maschine …And You Will Know Us By The Trail Of Dead läuft weiter. Selten waren die Vorabinformationen so karg ausgefallen wie beim nunmehr neunten Studioalbum. „IX“, so erfuhr man vorab, dreht sich um Verlusterfahrungen. Worauf sich Keely und Reece beim Nachfolger von „Lost Songs“ genau beziehen, darüber kann man nur mutmaßen, wobei der Veröffentlichungszeitpunkt drei Monate nach dem Midnight Masses-Debüt, auf dem sich Bassist Autry Fulbright mit dem Tod seines Vaters sowie seines Freundes Gerrard Smith (TV On The Radio) auseinandersetzte, kaum ein Zufall sein kann.

Das Auftreten in diesen knapp 48 Minuten: gewohnt souverän, wie aus einem Guss, auf das Wesentliche fokussiert. Die ellenlangen Tracks kommen dieses mal erst in der zweiten Albumhälfte zur Geltung, davor arbeiten Trail Of Dead abermals angenehm direkt und durchaus häppchenweise. In „The Doomsday Book“ singt die Gitarre, heult ein wenig und steht somit im schroffen Gegensatz zu den an sich sehr weich gesungenen, beinahe zaghaft wirkenden Vocals. Auf gröbere Prog-Abfahrten wartet man lange, davor wartet eine Reihe an Hits, wie das kratzbürstige, schwer greifbare „A Million Random Digits“ mit seinem hibbeligen Auftreten und überdimensionalen Distortion-Fontänen.

„How To Avoid Huge Ships“ leitet mit seiner getriebenen Instrumentalkunst die Trendwende ein, Trail Of Dead schielen wieder ein wenig gen „Tao“-Sound – der dritte Teil des Opus liegt „IX“ als Bonus-EP bei – und machen jenen, die es sich gerade erst gemütlich gemacht hatten, die Hölle heiß. Mit mathematischer Präzision, rastloser Dynamik, und einem atmenlosen Hin- und Herhetzen zwischen verschiedensten Parts und Genres, ja sogar zwischen verschiedenen Universen, brennt das US-Quartett ein archetypisches Feuerwerk ab, in dessen Herzen das schwer atmende, ungemein variable „Lost In The Grand Scheme“ steht und atmet.

Kleinere Längen auf beiden Hälften drücken ein wenig auf die Stimmung, wirken eher so, als wolle man die Vinyl-Seiten gefüllt haben wollen. Selbst der matteste Trail Of Dead-Song strahlt immer noch eine gewisse Magie aus. Dennoch, „IX“ ist vielleicht nicht ganz das erhoffte Überalbum, sondern ’nur‘ eine weitere sehr gute Platte der Texaner. Das Luxusproblem schlägt einmal mehr zu, wobei sich gerade die knackige erste Hälfte sowie der genial inszenierte Übergang als ungemeine musikalische Bereicherungen zeigen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.10.2014
Erhätlich über: Superball Music (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/andyouwillknowusbythetrailofdead

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Category: Magazin, Reviews

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