Steel Panther – All You Can Eat

| 16. April 2014 | 0 Comments

Steel Panther

Die Zeiten, in denen Steel Panther nur eingefleischten Kennern der Sunset Strip-Szene in Los Angeles ein Begriff waren, gehören schon lange der Vergangenheit an. An ihrer Formel haben die Jungs auch mit Album Nummer drei nichts geändert. Klar, die US-Truppe trifft mit ihrem schlüpfrigen, weit unter der Gürtellinie angesiedelten Humor sicher nicht jedermanns Geschmack. Fakt ist, dass sich hinter all dem selbstgefälligem Macho-Getue und präpubertären, stets mit einem Augenzwinkern versehenen Lyrics grandiose Musiker und Songschreiber verbergen. Nach „Feel The Steel“ und „Balls Out“ ist der Schockfaktor zwar nicht mehr ganz so hoch, aber das macht „All You Can Eat“ nicht weniger unterhaltsam.

Es ist schon verblüffend, mit welcher Leichtigkeit Rampensau Michael Starr jede Art von derb-schmutzigen Textergüssen (allen voran „She’s On The Rag“) zu Singalong-Refrains mit enormen Hit-Faktor verarbeitet. Versucht man seine Aufmerksamkeit rein auf die Gesangsharmonien und die Instrumentierung zu lenken, vergisst man sogar (wenn auch nur kurz), wie explizit die Inhalte vom Hook-lastigen „Gloryhole“ oder der genialen Power-Ballade „Bukkake Tears“ sind. Und schon erwischt man sich dabei, wie man in der Fußgängerzone oder beim Einkaufen plötzlich Zeilen wie „I don’t wanna know who’s sucking my cock tonight“ unbekümmert vor sich hinträllert.

Neben den oben genannten Schmankerln wissen vor allem die bereits vorab veröffentlichten Singles zu überzeugen. Während „Party Like Tomorrow Is The End Of The World“ mit seinen „Call & Response“-Einlagen der absolute Live-Kracher ist, trumpft die Keyboard-lastige Halbballade „The Burden Of Being Wonderful“ mit Stadion-Rock-Atmosphäre. Beide Nummern sind erstklassige Beispiele dafür, dass hier echte Profis am Werk sind.

Der Drive in Songs wie „Fucking My Heart In The Ass“ entsteht in erster Linie durch ein absolut tightes Zusammenspiel des Quartetts. Satchels griffige Riffs gehen Hand in Hand mit Stix Zadinias perfekt getimten Drumming, Lexi Foxxs groovenden Bassspiel und Starrs eindringlichen Gesangslinien. Man muss sich nur die genialen Übergänge zwischen dem ersten und zweiten Solo anhören. Einfach traumhaft. Die Jungs teilen eine Vision und das spürt man mit jeder Note.

Egal ob krachende Autobahn-Rocker („Pussywhipped“) oder ‚harmlose‘ Feuerzeugballaden („You’re Beautiful When You Don’t Talk“), das nicht mehr ganz so junge Quartett macht auf dem insgesamt zwölf Tracks umfassenden Album eine stets souveräne Figur. Das dritte Langeisen „All You Can Eat“  beweist, dass man sich an Steel Panther noch lange nicht satt gehört hat, und der Wunsch nach schlüfpfrig-obszöner Hard Rock-Kost anno 2014 größer denn je zu sein scheint. Mahlzeit!

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 28.03.2014
Erhältlich über: Open E Music (Rough Trade Distribution)

Website: www.steelpanther.tv
Facebook: www.facebook.com/steelpantherkicksass

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Category: Magazin, Reviews

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