Doomina – Beauty

| 24. September 2013 | 0 Comments

Doomina

Alles neu bei Doomina: Von jenem Lineup, das im vergangenen Jahr das Debütalbum „Elsewhere“ veröffentlichte, sind nur Gitarrist und Bandgründer Daniel Gedermann sowie Bassist Christian Oberlercher übrig geblieben. Mit den neuen Mitgliedern kam bei den Klagenfurtern auch ein neuer Sound. Von der einstigen Affinität zu Stoner und Sludge ist wenig geblieben, die Idee, rein instrumentale Monolithen zu erschaffen, wird hingegen weiter kultiviert, wenngleich eine Spur ruhiger, in sich ruhend. „Beauty“ schielt gen Post Rock und ist doch wesentlich mehr.

„I died for beauty“ – mit diesen kalten Worten einer gesampelten Sprecherin eröffnet „Beauty“ das Album. Vier Songs mit einer Länge von zehn bis zwölf Minuten warten – Doomina bauen ihre Erzähl- und Handlungsstränge ausladend, mit minutiöser Liebe zum Detail auf. Ein Highlight rauszupicken, fällt schwer, denn bereits der erwähnte Opener zwingt den Hörer nach etwas zögerlichem Auftakt mit seinen wuchtigen Gitarren und bissigen Drums regelrecht in die Knie. Einigermaßen bekannt ist „Gizmo“, zu dem es auch ein Video gibt. Es ist der freundlichste, ‚positivste‘ Track dieser Platte, gerade was den weichen Beginn betrifft, doch auch wenn der wohl obligatorische Ausbruch folgt, wird dieser mit einem kindlich vergnügten Grinsen betrachtet.

In „Soyuz I“ knüpfen die Klagenfurter am ehesten an ihre durchaus metallische Vergangenheit an. Hier treffen Bits und Bleeps von 65daysofstatic auf die wütende Wucht von Milanku. Speziell das variantenreiche Drumming von Erich Kuttnig verdient Höchstnoten, während in den bedrohlichen, auf wenige Noten reduzierten Zwischenpassagen knisternde Spannung regiert. Man riecht den aufziehenden Sturm bereits, versucht sich noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, wird dennoch von Wind und Wetter übermannt. „Sigma Kappa Pi“ greift zum Abschluss wieder die verhältnismäßig entspannteren Töne der A-Seite auf, wobei die letzten beiden Minuten besondere Aufmerksamkeit verdient haben. Ein Fast-Math-Riff mündet in so etwas wie Post-Sludge mit Quasi-Thrash-Schlagseite. Wenige Sekunden dauert dieser Sturm, dieses finale Entladen aller Kräfte, bevor Doomina kraftlos in sich zusammensacken.

Der Wandel ist gelungen, die Klagenfurter sind nach dem personellen Kahlschlag endlich angekommen. War das deutlich aufbrausendere „Elsewhere“ bereits eine starke Platte, so setzen sich Doomina mit „Beauty“ so etwas wie ein Denkmal. Hier ist keine Note zu viel, keine Melodieführung unnötig, kein Ausbruch vergebene Liebesmühe. Mit vier überlangen Songs sagen die Kärntner alles, was in diesem Genre gesagt werden muss, und legen eines der besten Alben des Jahres hin. Eine bessere Post Rock-Platte, um sich dieser Genre-Krücke zu behelfen, wird man in diesem Jahr nicht finden.

Wertung: 10/10

Erhältlich ab: 21.09.2013
Erhätlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/doominamusic

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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