Årabrot – Årabrot

| 20. August 2013 | 0 Comments

Årabrot

Norwegischer Hartwurst-Grammy für ein Album mit dem Titel „Solar Anus“ – ein Schelm, der Böses dabei denkt. Årabrot haben nicht nur in ihrer Heimat längst Kultstatus als eine der kreativsten und gleichzeitig unorthodoxesten Bands Skandinaviens. Nach dem überwaltigenden Erfolg für jene Platte, der die Sonne aus dem Allerwertesten schien, pilgerte Kjetil Nernes ein paar Kilometer über die Grenze nach Schweden und ließ sich von einer leerstehenden Kirche inspirieren. Auf „Årabrot“ vereint er seine Liebe für die Surrealisten des frühen 20. Jahrhunderts mit griechischer Mythologie und dem Alten Testament, um diese im Noise-Meer genüsslich zu ertränken.

Nernes lud sich die erweiterte Årabrot-Familie ins Studio ein, darunter Emil Nikolaisen (Serena Maneesh, 4AD), Experimentalmusiker Lasse Marhaug oder Ex-Madrugada-Drummer Erland Dahlen. Bekanntester Gast ist mit Sicherheit Laura Pleasants von Kylesa, die den bärbeißigen Arschtritt „Arrabal’s Dream“ auf sympathische Art und Weise zerschießt, eine Prise Sludge in den Noise-Sumpf einbringt. Es ist eine willkommene Abwechslung zwischen den abstrus bzw. surrealistisch angehauchten Tracks „Throwing Rocks At The Devil“ und „Blood On The Poet“, die ob ihres zotigen Witzes nicht gerade leicht zu greifen sind. Schafft man es über diese kränkelnde Hürde, ist der Rest des Albums kein Problem.

Was sich rund um dieses sehr spezielle Triplepack abspielt, ist aller Ehren wert. „The Horns Of The Devil Grow“ zerhackt den Leibhaftigen in einem Dickicht aus Gitarren und Drumrolls. „Ha-Satan Dêofol“ zeigt, wie sperrig ein Auftakt sein kann. Nernes röhrt und tänzelt über diesen vier Minuten, die Riffwand bricht immer wieder ab, bevor das Finale von Feedback-Schleifen aufgefressen wird. Dann doch lieber die Antihymne „Blood On Bunny“, seltsam hoppelnd und schroff angelegt.

Und doch fehlt „Årabrot“ ein klein wenig die Magie des Vorgängers. Wo „Solar Anus“ mit seinem Albini-Ansatz noch konsequenter durch den Fleischwolf gedreht wurde, ist der Nachfolger entweder komplett gaga oder ob seiner inhaltlichen Auslegung fast schon zu anspruchsvoll. Musikalisch kann niemand Årabrot das Wasser reichen, denn so sperrig der Sound auch sein mag: niemand zieht seinen Noise-Stiefel so konsequent durch. Hat man sich erst einmal durch den anfänglichen Wahnsinn gearbeitet, wird man von abgefuckten Gitarrenwänden und Patton’schen Vocal-Experimenten überrollt. Alleine für die Pleasants-Verpflichtung lohnt sich der Kauf.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 23.08.2013
Erhätlich über: Fysisk Format (Cargo Records)

Website: www.arabrot.com
Facebook: www.facebook.com/arabrotofficial

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Category: Magazin, Reviews

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