Devil Sold His Soul – Empire Of Light

| 20. September 2012 | 0 Comments

Devil Sold His Soul

Seitdem sich die Brüder im Geiste Rinoa sowie die progressiv-atmosphärischen Vorreiter Isis aufgelöst haben, nehmen Devil Sold His Soul einen noch wichtigeren Platz im Ambient-geschwängerten Post Metal-Feld ein, das sie durch Post Hardcore-Eingängigkeit einreichen. Von Century Media hat man sich nach dem starken Album „Blessed & Cursed“ schon wieder gedrängt und bäckt bei Small Town Records nun vermeintlich kleinere Brötchen. Dass die Briten jedoch konsequent ihren Weg weitergehen, versteht sich von selbst. Ihr viertes Studioalbum „Empire Of Light“ streckt die Fühler in sämtliche Richtungen aus.

Dabei sorgte die Single „A New Legacy“ für ein wenig Verwunderung. Würden Devil Sold His Soul etwa die Architects-Weg von „The Here And Now“ gehen und sich mehr und mehr dem Formatradio öffnen? Natürlich wirkt Ed Gibbs‘ Gesang, umgeben von Streichern und angenehm bleiernen Gitarren überaus eingängig, doch solche Parts hatten die Briten immer schon am Start. Der etwas härtere Refrain ‚entschädigt‘ einigermaßen. Dabei hat das Album wesentlich mehr zu bieten. „No Remorse, No Regrets“ mischt brachiale Härte mit Melodie und einem Hauch Nachdenklichkeit, deutet auch jene monumentalen Songstrukturen an, die Devil Sold His Soul groß gemacht haben. „VII“ beweist obendrein, dass auch relativ kurze Tracks mit einer ordentlichen Portion Klargesang nach vorne gehen können; die Uptempo-Drums haben durchaus Punk-Niveau, dazu blastet man stellenweise durch fiesen Metalcore mit Bravour.

Die monumentalen Epen hat man sich dieses Mal vornehmlich für den Schluss aufgehoben und viele Zwischenlösungen am Start, die irgendwo rund um die Fünf-Minuten-Marke ackern. Ein „Crusader“ mit gleich sieben Minuten Spielzeit macht ordentlich Druck, bietet Gibbs ausreichend Platz, um in ruhigeren, nachdenklichen Momenten inne zu halten, nur um ordentlich durchzustarten, sobald Ambient-Parts bratenden Gitarren weichen. Auch „End Of Days“, ein zweigeteilter Monolith mit kurzer Zäsur und einem fantastischen Händchen für gelungene, eingängige Melodien, kann durchaus begeistern und an frühere Großtaten anknüpfen.

Immerhin, auch Spielzeit-Fetischisten werden so zufrieden gestellt. Doch auch diese ’neue Mitte‘ nahe der Fünf-Minuten-Marke funktioniert, wenn das Songwriting stimmt. Ein „Time And Pressure“ mit seiner getragenen, beinahe doomigen Note geht beispielsweise vollkommen aus. Mit der bereits erwähnten Radiofreundlichkeit haben sich Devil Sold His Soul allerdings nur bedingt einen Gefallen getan, „It Rains Down“ und „The Verge“ sind beispielsweise Ausschussware, die „Empire Of Light“ deutlich schwächen, die Platte ‚zu lang‘ wirken lassen. Vielleicht ist das vierte Album der Briten nicht ihr bestes, doch qualitativ stimmt hier immer noch verdammt viel. Neue Extreme und bratende Gitarren sorgen für Ambient-lastige Unterhaltung mit gewohnt progressiver Note.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 21.09.2012
Erhätlich über: Small Town Records (Indigo)

Website: www.devilsoldhissoul.com
Facebook: www.facebook.com/devilsoldhissoul

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Category: Magazin, Reviews

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