Abrahma – Through The Dusty Paths Of Our Lives

| 16. Juli 2012 | 0 Comments

Abrahma

Paris, Stadt der Liebe? Mitnichten, sagen sich Abrahma, und erklären die französische Hauptstadt zur ‚Stadt der Hiebe‘. Das Eiffelturm-Quartett debütierte 2005 als Alcohsonic mit einer Mischung aus 70s-, Blues- und Southern-Rock, nur um diese Einflüsse, wie auch den alten Namen, über die Jahre hinweg abzulegen, zumindest glaubt man das. Seit zwei Jahren arbeitet man nun an einem neuen Sound, für den es auch einen Deal bei Small Stone gibt, was auf bratende Gitarren und unorthodoxe Arrangements hinweist. Tatsächlich klingt „Through The Dusty Paths Of Our Lives“, das Debütalbum unter neuem Namen, deutlich komplexer und ausladender zwischen Stoner, Sludge und proggigen Psychedelic-Klängen.

Nach einem kurzen Intro eröffnet „Neptune Of Sorrow“ den 70 Minuten langen Höllenritt (!) schwerfällig und rifflastig. Ein Hauch von 70s-Hard-Rock scheint zwar durch, wenn auch nur als Begleiterscheinung eines verkopften Stompers zwischen Stoner und Psychedelic. Sebastien Bismuths Gesang mutet relativ klassisch an, seine Bandkollegen hingegen zocken bissige Riffs, die ein wenig an Freedom Hawk erinnern. „Tears Of The Sun“ scheint zunächst an diesen wuchtigen Auftritt, gepaart mit Stonewall Noise Orchestra-Wucht, anzuknüpfen, lässt jedoch bereits vermehrt verkopfte Gitarrenwände und schwerer nach zu vollziehende Drumpatterns einfließen. Die Transformation ist beinahe abgeschlossen.

Je länger das Album dauert, desto härter und unkonventioneller wird es. „Honkin‘ Water Roof“ paart Southern Rock mit Sludge-Klängen und ausladenden proggigen Solopassagen, während „Big Black Cloud“ durch ein Gastsolo von Ed Mundell (Monster Magnet) kurzzeitig gen Space Rock abdriftet. Ebenso reizvoll ist die „Vodun“-Trilogie, ein auf das Abrahma-Debüt verteilter Track in mehreren Anläufen, der sich voll und ganz aufheulenden Gitarren, Clutch-Biss und Psychedelica hingibt. Für das große Finale hingegen widmen sich die Franzosen Noise und ausladenden Songstrukturen. Mit seinen knapp elf Minuten Spielzeit wirkt „The Maze“ wie ein überlanges, schwer zu greifendes Wüsten-Epos, das in seinen eigenen Feedback-Schleifen zu verenden droht, bevor das abschließende Instrumental „Omega“ schließlich auch Kyuss und Dozer zu einem heißen Tanz einlädt.

Einfach ist hier nichts, nachvollziehbar sowieso kaum. So ganz haben sich Abrahma, auch wenn sie es immer wieder gerne betonen, nicht von ihren 70s-Einflüssen lösen können, was jedoch keineswegs stört: Hard Rock mit dezenten Blues-Elementen passt überraschend gut zu Stoner und anderen Psychedelica. „Through The Dusty Paths Of Our Lives“ ist ein Mammut, das man sich Schritt für Schritt erarbeiten muss. An jeder Ecke braten Gitarren, drohen Verstärker zu zerbersten, kollidieren Riffs mit Jam-Sessions. Empfehlenswert ist das Abrahma-Debüt vor allem, weil es wie aus einem Guss wirkt, weil sich die Summe der einzelnen Teile, die man wie ein Puzzle im Kopf zusammensetzen muss, anschickt, ein staubiger Bastard mit Anspruch zu werden. Einfach geht anders, doch an dieser Riffwand kommt man als geneigter Scheuklappen-Verachter nur schwer vorbei.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.07.2012
Erhätlich über: Small Stone Recordings (Cargo Records)

Website: www.abrahmamusic.net
Facebook: www.facebook.com/ABRAHMAMUSIC

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Category: Magazin, Reviews

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