69 Chambers – Torque

| 14. Mai 2012 | 0 Comments

69 Chambers

Blond muss nicht immer von Vorurteilen belastet sein, das weiß man spätestens seit dem Debutalbum „War On The Inside“, wo sich Madame Treml höchst galant auf dem Cover räkelt. Auf dem 2008 erschienen Erstling von 69 Chambers wurde schnell deutlich, dass hinter dieser Fassade eine „Alanis Morisette mit Eiern“ steckt. Kein Wunder, wenn Ex-Kreator Gitarrist Tommy Vetterli an den Reglern sitzt. Es war der Anfang einer guten Zusammenarbeit, einer darauf folgenden Hochzeit und nun darf besagter Herr persönlich bei 69 Chambers in die Saiten greifen. Gemeinsam mit neuem Drummer Diego Rapacchietti wird 2012 mit „Torque“ ein neues „Sammelsurium“ der Widersprüche aufgeschlagen.

An der Grundausrichtung hat sich dabei wenig geändert. 69 Chambers schwimmen erneut im gehobenen Spannungsfeld zwischen stahlhartem Metal, Alternative Rock und dunkel gefärbtem Gothic. Schon der Opener „Cause And Effect“ verdeutlicht, wie musikalisch kontrovers die Truppe auf „Torque“ unterwegs ist. Es treffen metallische Gitarren auf poppige Melodien, heftige Brecher auf sanften Gesang. Gewürzt wird das Ganze von Eluveitie-Sänger Chrigel Glanzmann, der im Refrain als böser Wolf die sanft rockigen Klänge der Frontfrau untermalen darf.

Etwas kompakter wirkt das melodische „Bring On The Flood“ mit vor Leidenschaft strotzenden Vocals und tollen Strophen, die sich wunderbar ins Konzept einfügen, während einen Track darauf „Naughty Naughty Naughty“ die schleppende Gothic-Seite wiederspiegelt. Sanftmütigkeit beweist das neu entstandene Trio anschließend bei „The Peep Hole“ und „Ring A Bell“, das bereits sehr stark ins Pop-Gefilde abdriftet. 14 Songs lang bedienen sich 69 Chambers jeglicher Stilelemente von sanftem Pop bis hin zu brachialen Death- und Thrash Elementen. Aus den Stilbrüchen erheben sich aber stets melodische Refrains mit Ohrwurmqualität.

Im Gesamtkontext bedarf es bei „Torque“ ebenso wie beim Vorgänger einer mehrmaligen Auseinandersetzung mit dem Silberling. Erst dann kristallisieren sich einige Schwachstellen heraus, die aber die vielzähligen Höhepunkte der Platte nicht schmälern. Für die moderne Rock- / Metal-Hörerschaft, die Wert auf starke weibliche Vocals à la Lacuna Coil und Evanesence legt, auf jeden Fall eine Begutachtung wert.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.04.2012
Erhältlich über: Massacre Records (Soulfood Music)

Website: www.69chambers.com
Facebook: www.facebook.com/69chambers

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Category: Magazin, Reviews

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