Dyscarnate – And So It Came To Pass

| 27. Februar 2012 | 0 Comments

Dyscarnate

Aus dem Nichts krachten die Briten Dyscarnate bei Siege of Amida rein, veröffentlichten im Mai 2010 ihr starkes Debüt „Enduring The Massacre“ und betourten im Anschluss unter anderem auch Österreich gemeinsam mit Cephalic Carnage, Ion Dissonance, Hour Of Pennance und Psycroptic. Danach zog sich das Trio aus Sussex zurück, um ein weiteres modernes Death Metal-Langeisen mit Grind- und Slam-Schlagseite einzuprügeln. Abermals unter der Regie von Chris Fielding in den Waliser Foel Studios, gemastert im Übrigen von Jacob Hansen, entstand der Hassklumpen „And So It Came To Pass“.

Wenig überraschend fällt die Produktion überaus fett aus und haut richtig rein, auch wenn jene den HNO-Bereich beeinträchtigende Hits, in denen das komplette Soundbild kurzzeitig nach verschlagenen Ohren klingt, Geschmackssache sind – Hauptsache es slamt. Dyscarnate verstehen freilich ihr Handwerk und zocken brutalen, technisch anspruchsvollen Death Metal, der nicht umsonst an die Bands aus dem eingangs erwähnten Tour-Package erinnert. „In The Face Of Armageddon“ legt nach einem kleinen Intro einen amtlichen Kaltstart hin, geht sofort in your face, getragen von wütenden Drums, ein wenig Trigger-Action und infernalen Growls, die mit zum Besten gehören, die das Genre zu bieten hat – internationale Spitzenklasse, eben.

In einer ähnlichen Gangart geht es weiter, beispielsweise in „A Drone In The Hive“ mit seinen zahlreichen Kaltstarts. Kurzes Innehalten, ein wenig Groove und massig Geschnetzeltes, wobei stellenweise Napalm Death-Riffs durchscheinen. „Grinding Down The Gears“ hingegen beweist, dass sich Dyscarnate auch in etwas längeren Songs – nur zwei Mal wird knapp die Fünf-Minuten-Marke geknackt – heimisch fühlen. Gerade die kurzen, brachialen Instrumental-Parts sorgen für zerlegte IKEA-Regale, bevor einmal mehr ein wuchtiger Hit für verschlagene Ohren sorgt. Über den angegrindeten Leckerbissen „Seizure“ geht es ohne Umschweife in den Rausschmeißer „Kingdom Of The Blind“. Hier wird das Tempo über weite Strecken komplett rausgenommen und das weite Feld der alles zermalmenden Groovewalze überlassen.

39 martialische Minuten später haben sich Dyscarnate eine Armee an Freunden gemacht. „And So It Came To Pass“ knüpft nahtlos an das Debüt an, wirkt noch eine Spur direkter und brutaler, wobei auch jene Midtempo-Passagen eine Spur reifer klingen. Heavier geht es kaum, die Deafening-Hits sind und bleiben Geschmackssache, trüben den Höreindruck gelegentlich. De facto machen die Briten Laune, empfehlen sich für höhere Aufgaben und liefern einen Deathgrind-Leckerbissen ab, mit dem sie 2012 in den Polls weit vorne rangieren dürften.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.02.2011
Erhätlich über: Siege of Amida Records (UK-Import)

Facebook: www.facebook.com/dyscarnate

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Category: Magazin, Reviews

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