The Morning After – Legacy

| 23. Dezember 2011 | 0 Comments

The Morning After

Dass 80er Jahre-inspirierter Glam Rock und Hair Metal wieder ordentlich Wind unter den Flügeln bekommen hat, machten bereits skandinavische Jung-Formationen wie Crashdiet, Reckless Love und Crazy Lixx deutlich. Auch im Ami-Land erlebt die Haarspray-Fraktion eine neue Blütezeit. Klar, dass die Engländer nicht lange auf sich warten lassen. The Morning After aus Essex bringen nämlich ordentlich Schwung in die Bude und bereichern das Genre mit weiteren Nuancen. Die Hauptband von Sänger und Gitarrist Sam Ryder Robinson (vor kurzem bei Blessed By A Broken Heart als zweiter Axtmann eingestiegen) hat mit „Legacy“ ihr zweites Album am Start.

Das UK-Quartett hat nach der Veröffentlichung ihres Debüts „You Can’t Hurt Steel“ ordentlich am Sound gebastelt, denn die Metal-Axt schwingt nicht mehr ganz so ungestüm wie noch vor drei Jahren. Zeigte sich der Erstling noch stark vom Heavy Metal der 80er beeinflusst, rückt auf dem neuesten Streich Hard Rock und AOR der Marke Skid Row und Journey deutlich in den Vordergrund. Auch der Metalcore-Anteil wurde merklich zurückgeschraubt und kommt nur marginal zum Vorschein.

Bereits beim ein-minütigen Intro wird man auf die Vorliebe für mehrstimmige Gesangslinien und epische Backing-Chöre aufmerksam. Die gibt es in den insgesamt 13 Songs nämlich en Masse. Das folgende, etwas an Bullet For My Valentine erinnernde „Into The Fire“ geht gleich zu Beginn mit einem schön eingängigen Refrain in die Vollen. Eine Stärke der Briten, die vor allem in Songs wie „Limit“, „America“ und „These Hills Have Eyes“ die 80er zu neuem Leben erwecken. Wer es gerne etwas härter mag, wird mit „The Witch Is On My Back“ (inklusive stimmiger Streicher-Passage) und dem aggressiven „Rest In Pieces“ bedient. Bei letzterem kommen neben „Into The Fire“ die Metalcore-Überbleibsel wohl am deutlichsten zum Vorschein.

Der Großteil der Songs bewegt sich im Uptempo-Bereich, driftet aber auf Grund der Hitdichte und der immer wieder auftauchenden Instrumental-Spielereien nie ins Meer der Belanglosigkeit ab. Beste Beispiele dafür sind das mit mitreißendem Drive aufwartende „Over The Wire“ und das überlange Epos „Streams Of Stars“. Besonders bei letzterem wird dem Metal-Gott ordentlich Tribut gezollt, was sogar einen Jack Black auf seine Knie zwingen würde. Sirenen-artige Chöre, bombastische Keyboard-Gewitter und unter die Haut gehende Gitarrenharmonien machen den über zehn Minuten langen Song zum absoluten Highlight des Albums.

The Morning After haben ihre Hausaufgaben gemacht und liefern mit „Legacy“ ein mehr als souveränes Zweitwerk ab. Auch wenn der Vierer das Metal-Rad nicht neu erfindet, so wird es zumindest ordentlich aufgebockt. Die gesamte Band beweist ungemeines musikalisches Können und versteht es dieses Talent ganz im Dienste der Songs einzusetzen. Es sollte nur eine Frage der Zeit sein bis der frische Wind der Briten auch in die restliche europäische Rock-Szene geblasen wird.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.12.2011
Erhältlich über: Rising Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/tmaofficialuk

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Category: Magazin, Reviews

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