Wage War – Landfall

| 6. Oktober 2026 | 0 Comments
Wage War

(c) Wage War / Fearless Records

Aktuell genießen Wage War ein kleines kreatives Hoch. Erst vor einem halben Jahr veröffentlichten sie mit „It Calls Me By Name“ eine deutlich härtere EP, die sich ihren Wurzeln in Florida widmete. Damit wurde zugleich der Grundstein für den Nachfolger von „Manic“ gelegt, der sich – wenig überraschend – wieder um Welten breiter aufstellt. „Landfall“ orientiert sich ebenfalls an den eigenen Wurzeln und zeigt sich zugleich einmal mehr offen für kleinere Experimente.

Zu diesen mutigen Ausreißern zählt „Red Dot“, das die auf der jüngsten EP angedeuteten Nu-Metal-Einflüsse weiterdenkt und um etwas mehr Rap und sogar Trap erweitert. Wüste Laut-Leise-Dynamik, dicke Riffs und martialischer Groove fallen aus dem Rahmen. Auch das mächtige, drückende Riff von „Spellbound“, das stellenweise wie eine Weiterentwicklung von „Wherever I May Roam“ klingt, macht Laune. Wütende Heavyness trifft auf einen der besten, melodischsten Refrains der gesamten Platte. Die obligatorischen Modern-Rock-Einflüsse schimmern in „Silence Has Spoken“ durch, das mit einer Überdosis Hooks und sogar einem klassischen Gitarrensolo aufwartet.

Damit ist aber keinesfalls gesagt, dass sich Wage War von Metalcore abgewendet haben. Der nach einem Warnsignal einsetzende Opener „Landfall“ explodiert mit beißender Urgewalt, nimmt furiose Intensität mit und findet doch mittendrin seinen hymnischen Chorus. Das anschließende „Sweet Dreams“ strahlt manische Energie aus, klopft ein wenig Nu und Djent in den Kessel, nur um sich in einem Meer an Melodien förmlich zu ertränken. „Song Of The Swamp“ könnte man bereits von der Florida-EP kennen, klingt auch hier unfassbar böse und brutal. Derlei Deathcore-Wellenbrecher bleiben die Ausnahme, wobei die Nu-Rave-Synergien von „God Complex“ ebenfalls – und auf ganz andere Weise – gut kommen.

Abermals abgedreht und abgefuckt, noch experimentierfreudiger und dabei eingängig wie Sau: Wage War lehnen sich möglichst weit aus dem imaginären Fenster und finden daran hörbare Freude. Wie wenige andere Bands zeigen sie aktuell, dass Metalcore alles andere als statisch sein muss, werfen mit frischen Ideen geradezu um sich und entfernen sich dennoch nie zu weit von ihrem Kernsound. „Landfall“ bringt alle Trademarks mit, von derben Nackenschlägen bis hin zu überlebensgroßen Hymnen, mag es aber auch elektronisch, beatesk, melancholisch und ruppig bis dissonant. Das US-Quintett verfeinert seine Formel einmal mehr mit großem Erfolg.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 09.10.2026
Erhältlich über: Fearless Records

Website: wagewarband.com
Facebook: www.facebook.com/wagewar

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Category: Magazin, Reviews

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