Kakihara – Love Songs Part 2

| 2. Dezember 2025 | 0 Comments
Kakihara

(c) Graham Ransom

Manchmal gibt es nichts Schöneres als einfach nur eine Bühne in Schutt und Asche zu legen. So geht es Kakihara, das Quintett aus dem schottischen Edinburgh, das in der Hardcore-Szene der 2000er aufwuchs und diesen Sound mit der Mathmilch aufsog. In den letzten Jahren gab es diverse Kleinformate, zudem teilte man sich die Bühne unter anderem mit so exzellenten Bands wie The Callous Daoboys und Kaonashi. „Love Songs Part 2“ ist der neueste Streich der Band und wurde unter Live-Bedingungen eingespielt.

Fünf Songs rattern in unter neun Minuten durch und beginnen mit einer beherzten Ansage: „I Just Want To Forget“ eskaliert ab der ersten Sekunde. Die Gitarrenarbeit erinnert schon mal an Botch und Converge, die aggressiven Vocals und der vertrackte Rhythmus erweitern das Spielfeld mit wachsender Begeisterung. Dreckige Squeals der Gitarre mittendrin, so etwas wie ein kurzer Groove-Part und komplette Eskalation in weiterer Folge lassen atemlos zurück. Aber nicht zu lang, denn schon rattert „Nothing Else To Say“ los, von der ersten Sekunde an chaotisch und heavy zugleich; stets kurz davor, komplett durchzudrehen und in dieser alles andere als ehrwürdigen Starre höchst bekömmlich.

„Death Grip“, mit 63 Sekunden kürzester Track dieser EP, reiht sich nahtlos und atemlos daran. Was Keith Muddiman aus seinen Stimmbändern holt, ist im schönsten Sinne abstoßend, kurz darauf kreist der Dampfhammer schon wieder und zerfleischt sich im angedeuteten Breakdown. Natürlich fällt „Calamari“ im Anschluss mit der Tür ins Haus, schraubt das Tempo noch einmal nach oben und erinnert an das unorthodoxe Chaos früher The Dillinger Escape Plan. Der Rechenschieber mosht im Pit. Schließlich sorgt „It’s Going To Be Okay“ für falsche Hoffnung. Der zähe, schwerfällige Track schaltet ein paar Gänge runter und wirkt in seiner Dissonanz doch so herrlich unerträglich.

Eindringliches Chaos mit hohem Unterhaltungswert, so oder so ähnlich lässt sich dieser Release auf den Punkt bringen. Natürlich hätte „Love Songs Part 2“ vor 20 bis 25 Jahren locker abgehoben, gibt die versammelte Essenz der Szene in unter neun Minuten wieder und klingt dabei so angenehm wahnwitzig und kaputt wie menschenmöglich. Kakihara lieben die Zerstörung, fangen die Live-Energie geschickt im Studio ein und erklären Atemlosigkeit zur Kunstform. Gerne auch demnächst auf Festlandbühnen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.12.2025
Erhältlich über: Ripcord Records

Facebook: www.facebook.com/kakihara.life

Teile diesen Artikel

Tags: , , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES