The Good The Bad And The Zugly – November Boys

| 4. September 2025 | 0 Comments
The Good The Bad And The Zugly

(c) Jonas K. Riise

Wer später im Jahr geboren ist, hat im Leben mehr zu kämpfen – eine krude These, die The Good The Bad And The Zugly als augenzwinkerndes Leitmotiv für ihr erstes Album seit dreieinhalb Jahren auserkoren haben. Natürlich dauert es momentan etwas länger, ist Sänger Ivar Nikolaisen doch auch mit Kvelertak fleißig unterwegs, und dafür machen die Energieleistungen nach der Wartezeit doppelt und dreifach Spaß. „November Boys“ ist die Ode auf die Geburtstagskinder im Herbst, die sich gegen allerlei Widrigkeiten behaupten müssen.

Ist „How To Do Nothing“ als Reaktion auf das schwere Leben zu verstehen? Wie dem auch sei, hier zeigen sich The Good The Bad And The Zugly in bester, bestechender Form, zerlegen ab der ersten Sekunde alles und versehen ihren Punk mit Hardcore-Energie und derben Hooks. Diese kleinen, feinen Chöre tauchen im Laufe des Albums immer wieder auf und dienen als Gegenpol zu den wütenden Stahlkanten, die auch „A Blazer In The Northern Sky“ gepachtet hat. Erstaunlich hymnische Gitarren und diese plötzlichen Momente voller Pop-Appeal kollidieren mit dem etatmäßigen Mut zur Hässlichkeit und dem Besingen einer Wonderwall.

Schräg ist bei den Norwegern Trumpf, und der famose Rausschmeißer „New Kids On The Blockchain“ trägt dies bereits im Titel. Fünfeinhalb Minuten purer Wahnsinn rücken The Good The Bad And The Zugly näher an Nikolaisens andere Band heran, gerade im abgefuckten bis abgestochenen Chorus. Wie sich der Song jedoch in der zweiten Hälfte häutet, fast glammig anmutet, dazu Punk’n’Roll und einen Jungschor einsetzt – großes Kino. Das beschwört auch „FOMO (Fear Of Missing Oslo)“, dessen Giftigkeit für maximale Unterhaltung sorgt. Grantige, manische Gitarren und unendlicher Drive führen in ein schräges Finale. Wer hingegen die melodische Seite der Band bevorzugt, wird im melancholischen Überflieger „Dig A Ditch“ fündig, der noch dazu mit jeder kleinen Wiederholung und Variation besser wird.

Grundsätzlich gehen The Good The Bad And The Zugly ihren Weg weiter, bloß noch einen Tacken breiter aufgestellt. Die Zutaten sind durch die Bank bestens bekannt, die verschiedenen Extreme werden dafür weiter ausgereizt. „November Boys“ gibt sich melodischer und eingängiger, aber auch härter und kaputter – ein einfaches wie geniales Rezept, das vielleicht nicht gerade übermäßig überraschend kommt, dafür den steten Drive zu neuen Wahnsinnstaten der Norweger unterstreicht. The Good The Bad And The Zugly bleiben eine ungebrochene Macht, auch nach all den Jahren, und werden immer besser. Mit dieser Platte kann man nichts falsch machen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.09.2025
Erhältlich über: Indie Recordings (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/goodbadzugly

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Category: Magazin, Reviews

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