Truckfighters – Masterflow

| 9. April 2026 | 0 Comments
Truckfighters

(c) Andreas Hylthen

Anfang 2018 kündigten Truckfighters eine lange Auszeit an, Ende offen. Zwar begann das schwedische Fuzz-Duo relativ schnell wieder live zu spielen, mit neuem Material war aber lange Ebbe. Bis jetzt, denn Ozo und Dango haben endlich einen Nachfolger für das im Herbst 2016 (!) erschienene „V“ im Gepäck. Inzwischen sind gefühlt zehn Erdzeitalter vergangen, die Welt ist eine andere, doch bleiben das heilige Riff und die mächtige Distortion wichtiger denn je. „Masterflow“ ist wie dafür gemacht, im permanenten, alles umspülenden Fluss gehört und verzehrt zu werden.

Tracks wie das wunderbar monolithische, treibende und zugleich dezent überfordernde „Carver“ machen binnen Sekunden klar, dass Truckfighters rein gar nichts verlernt haben. Aus einem ellenlangen Intro schält sich eines der besten Riffs der gesamten Platte heraus und durchlebt sogleich unzählige kleine Variationen und Veränderungen. Mächtige Klangwälle und erstaunlich fragile Verspieltheit bemühen ein stetes Auf und Ab. Sechseinhalb Minuten nahezu permanenter Wachstum, mehrere kleine nebenherlaufende Erzählfäden und ein plötzliches Verschwinden hinterlassen etwas verwundert.

Schlecht ist das keinesfalls und zugleich halbwegs repräsentativ für eine Platte, die mehr denn je auf Stimmungen setzt. Wie in „The Gorgon“, das zunächst erstaunlich blutleer anmutet, dies aber letztlich als Jump-off-Point für bratende Heavyness nützt. Oder „The Bliss“, einer der härtesten und unmittelbarsten Songs dieser Platte. Gerne mal frontale Uptempo-Drums, bratende Gitarrenwände und verschwitzte Leads geben sich die Klinke in die Hand. Das wunderbar verplante „Goin‘ Home“ widmet sich hingegen mehr denn je dem Space Rock, steuert interstellare Gefilde an und findet sich im schrubbenden Nirgendwo wieder, bevor giftige Stoner-Harmonien ganz fest zupacken.

Was auch immer Truckfighters hier anstellen, es funktioniert. Ihr Comeback-Werk mag kein Überalbum geworden sein, pendelt sich aber locker auf dem Niveau des Vorgängers ein. Und das, obwohl es die Herren aus Örebro etwas anders angehen, mehr denn je auf wechselnde Stimmungen und das Gesamtkunstwerk setzen, sogar kosmische Klangwelten ansteuern. Und doch ist immer klar, wer bei „Masterflow“ das Sagen hat: das gute, alte Fuzz-Riff. Truckfighters bleiben Truckfighters, ohne Wenn und Aber.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 10.04.2026
Erhältlich über: Fuzzorama Records (Cargo Records)

Website: www.truckfighters.com
Facebook: www.facebook.com/truckfighters

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Category: Magazin, Reviews

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