Fleshworld – The Essence Has Changed, But The Details Remain

| 9. Oktober 2019 | 0 Comments
Fleshworld

(c) Miluta Flureas

Die Anfänge von Fleshworld als elektronisch behaftetes Post-Rock-Duo liegen in weiter Ferne. Schnell wuchsen die Polen zur Band an und wurden mit jedem Release härter. Bereits das Debütalbum „Like We’re All Equal Again“ spielte mit Post Metal, Doom und Sludge, seither intensivierten sich Chaos und Wucht noch weiter. Mittlerweile werden die verbliebenen Melodien zusätzlich von Noise und Post-Hardcore torpediert, dennoch schimmert immer wieder die feine Klinge durch. „The Essence Has Changed, But The Details Remain“ passt als Albumtitel wie Arsch auf Riffwand.

„The Map“ hangelt sich auf unheilvolle Weise in dieses Album und nimmt dessen Wahnsinn vorweg. Was anfangs verstohlen Richtung Mathcore schaut, zelebriert in den Strophen druckvollen Sludge-Wahn. Der Gesang wirkt giftig und doch glockenhell, beinahe hymnische Passagen reihen sich an abgedrehte Vollsprints. Und dann nochmals von vorne. Und erst recht ins Chaos – siehe und höre „The Details Remain“. Mehr denn je widmen sich Fleshworld hier der post-metallischen Facette ihres Sounds, von atemlosen Dissonanzen und erhabenem Aufbau begleitet, und doch torpediert die eierlegende Wollmilchsau den bleiernen Aufbau mit kurzen, fiesen Salven. So etwas wie Ruhe kehrt erst gar nicht ein, das Nervenkostüm ist zum Zerreißen gespannt.

„Currents And Tides“ entpuppt sich als Gipfel des Husarenritts. Der achtminütige Rausschmeißer bündelt sämtliche Stärken des Quintetts. Furiose Attacken reiten gegen Windmühlen. Ein Schalter wird umgelegt, Zementmischer fallen zu Boden und erzeugen Druck in Sepia. Das komplette Aufbrechen des Arrangements in bester Cult Of Luna-Manier folgt, bevor der Track langsam, aber sicher im Noise-Dickicht versinkt. Dagegen wirkt ein „An Ontologist’s Nightmare“ wie eine Wohltat. Hohe Geschwindigkeit, über weite Strecken durchgedrücktes Gaspedal, bleierne Riffs und herrlich kehliges Gebrüll säumen diese Wohltat.

Mit erstaunlicher Konsequenz torpedieren Fleshworld ein weiteres Mal jegliche Erwartungshaltung, und gehen ihren Weg doch logisch weiter. „The Essence Has Changed, But The Details Remain“ dreht die Regler auf Elf. Die Post-Sludge-Wucht schlägt noch derber ein, die Noise- und Math-Anteile verbreiten wohlfeilen Psychoterror, vereinzelte Melodiefragmente der Hoffnung verwirren komplett. Gute Nerven sind Pflicht für dieses Powerhouse einer Band, die auf dem Sprung nach ganz oben scheint.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.10.2019
Erhältlich über: This Charming Man Records (Cargo Records)

Website: fleshworld.pl
Facebook: www.facebook.com/fleshworld

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Category: Magazin, Reviews

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