Cult Of Sorrow – Invocation Of The Lucifer

| 17. September 2019 | 0 Comments
Cult Of Sorrow

(c) Steve Ziegelmeyer

Cult Of Sorrow treiben ihr Unwesen vornehmlich rund um ihre Heimat Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Noch, möchte man beinahe sagen, denn ihr Sound schreit förmlich nach mehr Aufmerksamkeit. Ihr klassischer, angenehm süffiger Doom-Ansatz, mit Hexerei und der Gnosis des Luziferianismus eng verwoben, findet nun endlich den Weg auf ein zweites Album, dieses Mal mit Label-Unterstützung im Rücken. Der Name ist auf „Invocation Of The Lucifer“ Programm.

Süffige Riffs, druckvolle Präsentation und Klänge, die auch vor 30 bis 40 Jahren bestens funktioniert hätten, begleiten das Geschehen. Jerry Lovett erinnert im besten Sinne an alte Doom- und Metal-Sänger, hält sich von höchsten Höhen fern, strahlt dennoch eine gewisse Gefährlichkeit aus. Das äußert sich unter anderem in „Invocation“. Schritt für Schritt lullt der Track förmlich ein, betört, macht süchtig. Beinahe im Zeitlupentempo entfaltet sich das Arrangement, gewinnt zunehmend an Intensität und Finsternis; so wie es eben für die alte Genre-Schule urtypisch ist.

Gelegentlich nimmt das Quartett ein wenig Fahrt auf, der Schalk lacht förmlich aus dem Nacken. „Burn“ entlarvt die sympathische musikalische Doppelbödigkeit des Quartetts, zieht in die Unterwelt hinab und mischt sinistre Noten in den Sound. So heavy und metallisch klingen Cult Of Sorrow nur selten. In „Come Infernal“ geht es ebenso recht zackig vor sich, der Überschlag droht und doch hallt das Riff prima nach. Die Entschleunigung von „Satan’s Eyes“ und „Souls Of The Damned“ bietet willkommene Abwechslung und stampft überaus leidenschaftlich auf.

Wie neu oder gar frisch dieser Zweitling klingt, darf freilich als Streitfrage gesehen werden. Im Prinzip arbeiten Cult Of Sorrow mit einem Netz an musikalischen Zitaten, streuen eine feine eigene Note darüber und lassen die Gitarren ordentlich röhren. Klingt banal, macht aber Laune: „Invocation Of The Lucifer“ spielt mit der klassischen Doom-Tradition, legt ein erfrischendes Meer an Riffs frei und punktet durch kurzweilige Heavyness. Wer Doom der alten Schule mag, kann beim zweiten Album der US-Amerikaner bedenkenlos zugreifen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.09.2019
Erhältlich über: Black Doomba Records (US-Import)

Facebook: www.facebook.com/cultofsorrow

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Category: Magazin, Reviews

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