Low Flying Hawks – Anxious Ghosts

| 25. Juni 2019 | 0 Comments
Low Flying Hawks

(c) Magnetic Eye Records

Die Arbeiten an einem dritten Album der Low Flying Hawks laufen aktuell auf Hochtouren. Mit ihrer Mischung aus Sludge, Doom, Shoegaze und Americana rennen die beiden Texaner EHA und AAL offene Türen ein, auch wenn der Sound alles andere als zugänglich sein mag. Um die Wartezeit auf besagte neue Platte zu verkürzen, erscheint nun die EP „Anxious Ghosts“. Abermals ließ sich das Duo von Dale Crover (Melvins) und Trevor Dunn (Mr. Bungle) unterstützen.

Große oder gar revolutionäre Neuerungen darf man sich nicht erwarten, das Kleinformat ist zugleich aber alles andere als ein reines Zwischenspiel. In einer halben Stunde rufen Low Flying Hawks rein musikalisch alles ab. Über den kurzen, halbfertigen Aufgalopp „Night Flight“ hangeln sie sich in den Zweiteiler „Somewhere“. Während der erste Teil langsam, aber beständig aufbaut – die immer lauter werdende Rhythmusabteilung kommt gut – explodiert die Band im zweiten Teil auf Raten. Sprints gibt es bei den Texanern natürlich weiterhin nicht, dafür unheimlich dichte Atmosphäre, bleierne Gitarren und dezente Hoffnungsschimmer, welche das Grau des Alltags mit verhaltenem Funkeln torpedieren.

Auf dieses doppelzüngige Meisterwerk folgt Komplexes im Doppelpack. Zunächst bäumt sich „Hollow Grasp“ in aller Gemächlichkeit auf. Von den leicht entstellten, durchaus frustrierten Schreien bis zur wild über das Arrangement flirrenden Gitarre entsteht ein herrlich kaputtes Gesamtbild mit stoischem Unterbau – Dauerfeuer bis zum plötzlichen Bruch und ruhigen Fade. Zum Abschluss arbeitet „Doors To Nowhere“ mit post-metallischem Aufbau. Hier wird es konstant lauter, die Band operiert früh am Anschlag und arbeitet sich nach und nach gen Noise und Chaos vor. Die Implosion in der finalen Minute wirkt beinahe wie ein Befreiungsschlag.

Wer „Genkaku“ mochte, sollte auch an „Anxious Ghosts“ Freude haben. Die EP wirkt wie aus einem Guss, scheint konstant lauter und intensiver zu werden, bevor sie nach einer knappen halben Stunde förmlich in sich zusammensackt. Die mittlerweile gewohnt dichte Präsentation, der wuchtige Sound und die legere Gaze-Attitüde kommen unverschämt gut. Low Flying Hawks sind längst ein Sludge-Geheimtipp und etablieren sich mehr und mehr als Band am Sprung.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.06.2019
Erhältlich über: Magnetic Eye Records (US-Import)

Facebook: www.facebook.com/Lowflyinghawks-1626755734268513

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Category: Magazin, Reviews

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