Oreyeon – Ode To Oblivion

| 14. März 2019 | 0 Comments
Oreyeon

(c) Heavy Psych Sounds Records

Die malerische ligurische Hafenstadt La Spezia ist Heimat einer der interessantesten Stoner- und Psych-Bands der letzten Jahre. Noch sind Oreyeon ein gut gehütetes Geheimnis, doch das kann und soll sich schnell ändern. 2014 nach der Auflösung diverser lokaler Bands zusammengefunden, veröffentlichen sie 2016 unter ihrem alten Namen Orion ein spannendes Debüt. Auf „Ode To Oblivion“ gibt es nun mehr von allem: mehr Kyuss-Riffs, mehr Space-Prog, mehr Psychedelia.

Der rein instrumentale Aufgalopp „T.I.O.“ führt mit seiner schieren Wucht auf die falsche Fährte, direkt danach gelingt mit „Trudging To Vacuity“ der erste Volltreffer. Ein Hauch von The Sword hier, klassische Iommi-Riffs da, und dann geradezu brachiale Sound-Wälle mit doomigen Untertönen – der Wahnsinn wird greifbar gemacht. Je länger der Track dauert, desto heavier, desto druckvoller wird er. Gerade die singende Gitarre in den letzten beiden Minuten beeindruckt.

Oreyeon halten herzlich wenig von geradlinigem Songwriting und lassen dies an allen Ecken und Enden spüren. Wie sich „The Ones“ von einem Stoner-Heavy-Hitter sukzessive in einen überdimensionalen Space-Rock-Jam mit Monster Magnet-Querverweisen entwickelt, ringt höchsten Respekt ab. Der Titelsong „Ode To Oblivion“ flirrt hingegen förmlich aus den Boxen, nimmt sich Zeit für minutenlange Psychedelic-Exkurse und findet zwischenzeitlich zurück zur drückenden, alles umarmenden Riff-Wand.

Dieses konzentrierte, nahezu konstante Spiel mit Erwartungshaltung und Grenze-Grenzen verwirrt zunächst ein wenig, reißt nach ein wenig Anlaufzeit jedoch brutal mit. „Ode To Oblivion“ täuscht puristische Desert-Rock-Eherbietung vor, nur um urplötzlich Psych-Jam-Wellen mit proggigen Untertönen vom Stapel zu lassen. Mehr und mehr, härter und härter, intensiver und intensiver. Der Regler ist vielleicht etwas zu häufig auf Elf gedreht – ein etwas differenzierter Mix hätte der Platte gut getan – und doch funktioniert der Neustart unter dem Namen Oreyeon verdammt gut.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.03.2019
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/Oreyeonofficialband

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Category: Magazin, Reviews

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