Bleed From Within – Era

| 3. April 2018 | 0 Comments
Bleed From Within

(c) David Ruff

Schon länger nichts mehr gehört von Bleed From Within. Der Ausstieg von Gitarrist Martyn Evans stellte die Schotten vor ernsthafte Probleme. Als Quartett kam man nicht weiter, von den getesten lokalen Talenten war man bestenfalls bedingt begeistert. Ziemlich zufällig tauchte Steven Jones auf, der sofort mit seinem Axt-Nebenmann Craig Gowans harmonierte. In Windeseile war „Era“, das erste Studioalbum seit fünf Jahren, fertiggestellt. Man muss sich manchmal einfach nur ein wenig durchbeißen.

Legt man die Platte ein, wirkt es beinahe so, als hätte es die mühevollen letzten Jahre nicht gegeben. Von Anfang an geben Bleed From Within Gas mit ihrem gewohnten Mix aus Metalcore, Melodic Death und Groove Metal. Wie bereits der Opener „Clarity“ belegt, halten nun auch verkappte Thrash-Einflüsse Einzug, die ein wenig an bärbeißige Machine Head-Exkurse erinnern. Das kurze Aufflackern traditioneller Sounds passt prima in das moderne Umfeld – knüppelhart und, sobald der Refrain einsetzt, doch angenehm melodisch und eingängig.

Deutlich klassischere Songstrukturen untermauern die auf den ersten Blick ungewöhnliche Idee der Schotten, sich am Aufbau von Popsongs zu orientieren. Keine Sorge, weichgespülte Radiomucke sucht man vergebens. Ein „Crown Of Misery“ punktet mit erfrischender Aggression und neuer Direktheit – ein angenehmer Nebeneffekt des verfeinerten Songwritings. „Alone In The Sun“ steuert hingegen zielgenau auf den unverschämt melodischen Refrain zu und vollbringt eine Punktlandung, begleitet vom scharfkantigen „Afterlife“ und dem stellenweise durchaus rührseligen Rausschmeißer „Alive“.

Hits am laufenden Band, kaum Verschnitt und ordentlich Druck sprechen eine deutliche Sprache: Die ausgedehnte Wartezeit lohnt sich, Bleed From Within wirken noch eine Spur frischer und angriffslustiger. Kompaktere Strukturen, mehr Präzision im Songwriting und der erweiterte Thrash-Unterbau schärfen die Sinne, die Mischung aus Brachialgewalt und feiner Klinge stimmt nach wie vor. So schön kann kaputt sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.04.2018
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Website: bleedfromwithin.com
Facebook: www.facebook.com/bleedfromwithinband

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Category: Magazin, Reviews

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