Revel In Flesh – Emissary Of All Plagues

| 2. Dezember 2016 | 0 Comments
Revel In Flesh

(c) M. Sedelmaier

Wer fünf Jahre nach Gründung bereits sein viertes Studioalbum vorlegt, hat keine Zeit zu verlieren. Wer dabei dennoch Qualität über Quantität zu stellen vermag, macht einiges richtig. Die deutschen Nachbarn Revel In Flesh stiegen in Windeseile zu einer der führenden neuen Bands ihres Genres auf und zocken klassischen Death Metal mit hörbarem Faible für Doom und Melancholie. Wie schon die Vorgänger geht auch „Emissary Of All Plagues“ an die Substanz.

Was mit dem eröffnenden Titelsong intensiv und druckvoll beginnt, entwickelt sich schnell zur Tour de Force. Der Opener steht durchaus exemplarisch für das Album, wenn sich aus dem gespenstischen Intro ein erster Sprint schält und schließlich immer wieder doomige Passagen zwischengeschalten werden. Das folgende „Casket Ride“ hält das Tempo insgesamt eine Spur höher und erinnert schon mal ordentlich an Dismember. Ein Hauch von Melodie schleicht sich mit den verdichteten Gitarren ein, kalte Schauer laufen über den Rücken.

Wirkliche Aufreger im klassischen Sinn hat „Emissary Of All Plagues“ nicht zu bieten. Einzig das abschließende „Doctor Doctor“ fällt ein wenig aus dem Rahmen, auch wenn Revel In Flesh den UFO-Klassiker natürlich ihrem Sound angepasst haben. Bei aller Power bleibt das Original dennoch erkennbar. Mit den beiden Giganten „Torture Throne“ und „Dead To This World“ finden sich obendrein zwei Monstrositäten, die mit zäher Präzision und bissiger Wut den Stil des Quintetts schön auf den Punkt bringen.

Positiv altbacken, schön ranzig und angenehm dynamisch: Revel In Flesh setzen ihre Serie an gut- bis hochklassigen Alben souverän fort. Freilich bietet „Emissary Of All Plagues“ kaum neue Erkenntnisse, verdichtet dafür Sound und Auftreten der deutschen Nachbarn noch weiter. Hier hat sich eine Band hörbar gefunden und weiß genau, wie sie aus einem klassischen aber nach wie vor omnipräsenten Sound das Maximum herausholt. Starke Songs, souveränes Auftreten und eine kleine Überraschung zum Schluss: Revel In Flesh zählen mittlerweile zu den Prunkstücken der deutschen Death-Metal-Szene.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.12.2016
Erhältlich über: Cyclone Empire (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/Revel-in-Flesh-304228902958414

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Category: Magazin, Reviews

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