Toxic Waltz – From A Distant View

| 15. März 2016 | 0 Comments
Toxic Waltz

(c) Violent Creek Records

1989 gaben die Bay-Area-Thrash-Legenden Exodus dem Toxic Waltz, einer ganz besonderen Form des Ausdruckstanzes, seinen Namen. 20 Jahre später gründete sich eine gleichnamige Band im bayrischen Landsberg, die, wie sollte es auch anders sein, Thrash Metal der alten Schule zockt. Nach dem in Eigenregie veröffentlichten Debüt „Decades Of Pain“ griff Violent Creek Records zu, wo zuletzt auch die Thrash-Hoffnungsträger Traitor unterkamen. Mit dem zweiten Album „From A Distant View“ wollen Toxic Waltz nun auch moderne Elemente einbinden, sogar von Metalcore ist die Rede.

Keine Sorge, liebe Thrash-Puristen – alles halb so wild. Moderne Elemente und ein Hauch von Core tauchen zwar immer wieder auf, äußern sich aber vornehmlich im deutlichen Fokus auf Melodien sowie seltene Akzentuierungen durch angedeutete Breakdowns und kurze Muskelspiele – siehe und höre beispielsweise „Generosity Exploited“. Natürlich hat dieses Kleinod einen leicht modernen Anstrich, ist im Grunde aber durch und durch ein typischer Thrasher. Forbidden und, wie sollte es anders sein, Exodus stehen nach wie vor Pate, auch wenn sich durch diesen Mix nach und nach ein eigener Sound herauskristallisiert.

Eigentlich greifen Toxic Waltz nur einmal daneben: „Eternal Aftermath“ versucht sich an der Königsdisziplin, dem alten Thrash-Instrumental, doch für knapp sechs Minuten Spielzeit sind einfach zu wenig Ideen vorhanden – Langeweile hält Einzug. Dann doch lieber die spannende Dynamik von „The Gold You Want“, das gerade im instrumentalen Mittelteil abermals moderne Elemente verwendet, rundherum aber ordentlich bolzt. Auch „Blindness“, der fiese Druckbolzen, und das knackige, stellenweise überraschend rockige „13 Days To Live“ haben Charme.

Stets bemüht, zuweilen gar anspruchsvoll, manchmal aber überambitioniert – die alte Mär vom schwierigen zweiten Album wird im Fall von Toxic Waltz Realität. Der Mut zu neuen Ufern und kleinen Experimenten ist den bayrischen Nachbarn hoch anzurechnen. „From A Distant View“ macht Spaß, auch wenn der eine oder andere Track schlicht und ergreifend zu langatmig ausfällt. Kompaktes Auftreten wäre an der einen oder anderen Stelle (das abschließende Doppel „Eternal Aftermath“ und „Mass Atrocity“) im Besonderen hilfreich gewesen. Dennoch, und das kann nicht oft genug betont werden, ist der Mut zur Eigenständigkeit nebst so mancher Thrash-Bombe den Jungs anzurechnen. Viel interessanter ist jedoch, wohin die Reise auf ihrem dritten Album gehen wird.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 18.03.2016
Erhältlich über: Violent Creek Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/ToxicWaltzofficial

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Category: Magazin, Reviews

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