Waltari – You Are Waltari

| 26. Februar 2015 | 0 Comments
Waltari

(c) Minna Annola

Seit beinahe drei Jahrzehnten touren die Finnen Waltari durch die Lande und verbreiten Crossover-Frohsinn. Als eine der ersten Bands vermischten sie in den 90ern Metal mit Pop und Techno – ein Rezept, das mittlerweile auf so ziemlich jede musikalische Stilrichtung ausgeweitet wurde. Nach der 2011 erschienenen Platte zum 25jährigen Jubiläumsplatte – ein Coveralbum – legen Waltari nun mit dem Mission Statement „You Are Waltari“ nach.

Ein durchgeknallter Coversong fehlt dieses Mal komplett – man denke nur an das herrlich kaputte Medley aus dem Eurodance-Gassenhauer „No Limit“ und der Megadeth-Hymne „Symphony Of Destruction“ auf „Rare Species“ -, dafür überzeugen 14 Eigenkompositionen über weite Strecken. Mehr noch, so ziemlich jeder Song wurde von einem anderen Lineup eingespielt. Ganz vorne mit dabei, nicht nur weil als Opener platziert, ist „12“, das den Sound der Finnen auf den Punkt bringt: metallische Energie, unwiderstehliche Pophooks, ein paar verstreute Beats, ordentlich Keyboard-Präsenz und ein gar penetrant eingängiger Refrain, den man nach wenigen Durchläufen bereits mitsingen kann – Peter Tägtgren wünscht sich wohl einen solchen Track für Pain.

Die Bandbreite ist ein weiteres Mal der Schlüssel zum Erfolg. Auf den Cyber-Thrasher „Mountain Top“ mit Groove-Anteilen und einer Prise Pop folgt der in finnischer Sprache vorgetragene Akustik-Track „Right Wing Theme“. Auch ohne Textverständnis dürfte wohl klar sein, dass es in dieser an Christoph & Lollo erinnernden Nummer nicht sonderlich ernst vor sich gehen dürfte. Gleich danach: „Strangled“, ein Track wie aus der Slipknot-Ursuppe, angereichert mit derbem Deathgrind. Das muss man erst einmal sacken lassen.

Nicht jede Idee zündet – „Televizor“ verliert sich ebenso in der Bedeutungslosigkeit wie das nette, letztlich aber zu zusammenhanglose „Not Much To Touch You“ -, doch das passt ins Waltari-Bild. Es ist eben immer etwas für jeden dabei, und genau das trifft auch auf „You Are Waltari“ zu. Die Extreme werden dieses Mal umgelagert von Technobeats und Cover-Wahnsinn zu Akustikgitarre und Keyboards, der Effekt bleibt jedoch erhalten: Waltari stehen nach wie vor für Party, für Spaß, für bissige Hooklines und ein wenig altbackenen Crossover-Kram, der auch beim zehnten Bier noch unterhält.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.02.2015
Erhätlich über: Rodeostar Records (SPV)

Website: www.waltariband.com
Facebook: www.facebook.com/waltarimusic

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Category: Magazin, Reviews

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