Primeval Realm – Primordial Light

| 10. März 2014 | 0 Comments

Primeval Realm

Doom-Bands sind eine echte Seltenheit im Roster von Pure Steel Records. Dass Primeval Realm die rühmliche Ausnahme sind, hat natürlich seinen Grund. Wahrgenommen wurde das Quartett aus Trenton, New Jersey bislang bestenfalls von Insidern, die in den Genuss ihrer drei Demos gekommen waren. Wer seinen düsteren Stiefel etwas rockiger und mit einer gewissen Retro-Note mag, dürfte an „Primordial Light“ seine helle Freude haben.

Neue Erkenntnisse darf man zwar nicht erwarten, wohl aber fünf gute bis sehr gute Songs, eingeleitet durch das furztrockene, achteinhalb Minuten lange „Black Flames & Shadows“. Primeval Realm positionen sich an der Grenze zwischen frühen Candlemass -und Cathedral-Klängen sowie süffigem, versteinerten Doom Marke Trouble und Obsessed. Joe Potashs lakonischer, kehliger Gesang wirkt ebenso gefangen zwischen diesen beiden Welten, setzt auf kleine, unspektakuläre Gesten und gibt vornehmlich den Regisseur in diesem minutiös arrangierten Drama. Erst mit dem Einsetzen des Gitarrensolos nach circa fünfeinhalb Minuten bewegt sich was, zappeln die Herrschaften für einige wenige Momente, bevor sich das süffige Riff abermals seinen Weg in den Vordergrund bahnt.

Das übrige Material schlägt in eine ähnliche Kerbe und macht damit viel richtig. „Heavy Is The Mind“ hält genau das, was sein Titel verspricht, unterstützt durch dezent okkulte Hammond-Klänge, das bissige „Night Of The Wolfmoon“ rockt mit Nachdruck, und „Electric Knowledge“ mischt Sabbath-Dynamik mit Rock’n’Roll-Chören im Refrain – catchy as fuck. Was das abschließende „Primordial Light…Departure“ soll, weiß wohl nur die Band. Flötenklänge, klare Gitarren und Spoken-Word-Parts lassen selbst im Begleittext den Begriff „seicht“ auftreten, was durchaus für sich spricht.

Beträchtlich schwerwiegender ist jedoch die Länge des Albums. Sieht man vom kurzen Intro und besagtem, unpassenden Finale ab, debütieren Primeval Realm mit knapp 35 Minuten Musik – viel zu wenig für eine Doom-Platte. „Primordial Light“ wirkt zu kurz, unvollständig, darüber hinaus hinterlässt der avantgardistische Abgang einen faulen Beigeschmack. Was sich jedoch davor abspielt, hat Hand und Fuß. Der Stoner-Doom-Hybrid der US-Amerikaner passt prima in den schwerfälligen Zeitgeist und verlangt nach einer baldigen, ausladender gestalteten Fortsetzung.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 14.03.2014
Erhätlich über: Pure Steel Records (H’ART)

Facebook: www.facebook.com/PrimevalRealm

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Category: Magazin, Reviews

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