Home – Bound To Gravity

| 14. Februar 2014 | 0 Comments

Home

Ein eigenes Zuhause haben sich drei Tiroler geschaffen, fernab von verschiedenen Nebentätigkeiten und eigenen Projekten. Home nennen Hans-Peter Ganner, Amadeus Mader und Mathias Magerle ihre Band, mit der sie seit 2009 druckvollen Stoner-Sludge mit manischer Core-Affinität zaubern. Abgesehen von einer vor vier Jahren erschienen EP war bis jetzt allerdings Ebbe. „Bound To Gravity“ passt als Debütalbum gewissermaßen zur aktuellen Sludge-Welle und auch nicht, denn von Genre-Purismus hält das Trio hörbar wenig.

Bloß nicht einfach, bloß nicht berechenbar: Die Herausforderung wird auf diesem Erstling zur Königsdisziplin erklärt. Dabei nimmt das Unheil zunächst vergleichsweise gemächlich seinen Lauf. Das traditionelle Aufheulen der Gitarre erinnert natürlich an Converge, dahinter rockt es sich jedoch vergleichsweise leicht und sumpfig. Gerade der zähe, zögerlich in die Gänge kommende ‚Refrain‘ packt sofort zu. Viel typischer für den Sound der Tiroler ist jedoch „Old Hand“. Breach-Rhythmen werden hier bis zur Unkenntlichkeit verlangsamt und in seltenen Momenten mit ähnlich verzerrten Stoner-Melodien versehen. Der Patient hustet schwer und verendet langsam.

„Kyoto“ als großer Bruder tritt das Gaspedal durch, wirkt in seinem ganzen Auftritten lauter, rüpelhafter, ungeordneter. Nett ist hier tatsächlich der kleine Bruder von ‚eh wissen‘, Erinnerungen an The Old Wind werden wach. Dass sich Home im abschließenden „Dead City“ verzocken – kann passieren. Einige wenige Ideen werden zu lange ausgedehnt und damit überreizt, da helfen auch wiederkehrende Riff-Motive nicht. Monster vom Schlage eines „No Way Out, My Friend“ sind allerdings in der Überzahl, und das ist auch gut so.

Wer immer schon wissen wollte, wie ein Botch-Coveralbum von Red Fang klingen würde, ist hier genau richtig. „Bound To Gravity“ ist eine schwierige, widerspenstige, unorthodoxe und gerade deswegen lohnenswerte Platte. Bleierne Schwere und semi-berechnende Leichtigkeit gehen eine faszinierende Zwangsehe ein, die Mut zur Hässlichkeit beweist und direkte Wege scheut. Drölfzig Umwege sind besser als ein hymnisches Riff. Home sind eine echte Ausnahme-Erscheinung in der heimischen Musikszene, zeigen gleichzeitig aber auch genügend internationales Potential, um imaginäre Grenzen wohlverdient zu pulverisieren.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 21.02.2014
Erhätlich über: Sound Zero Records

Facebook: www.facebook.com/homeaustria

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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