Exhale – When Worlds Collide

| 26. November 2013 | 0 Comments

Exhale

Seit mittlerweile neun Jahren aktiv, mausern sich die Schweden Exhale langsam aber sicher zu einer Deathgrind-Institution. Wer Vorbilder wie Nasum, Brutal Truth und Napalm Death hat, muss sich um die richtige musikalische DNA keine Sorgen machen. Diverse Lineup-Wechsel hat das Quintett gut überstanden, das bis dato letzte Album „Blind“ hat dennoch schon wieder drei Jahre auf dem Buckel. Exzessive Tour-Aktivitäten und ein kurzer Studio-Aufenthalt sollten folgen, mit „When Worlds Collide“ gibt es nun Nachschub für die Live-Front.

Originell mag Deathgrind zwar längst nicht mehr seni, Exhale bringen jedoch dringend notwendige Abwechslung mit. Zu Beginn regiert jedoch puristischer, brachialer Grindcore mit Tracks wie „Wrath Unleashed“ – nomen est omen – und „Avsky“. Zwar haben sich einige Songs dieser rasanten (und deutlich kürzeren) Ausprägung auf das Album verirrt, spannend wird es allerdings dann, wenn man die Arrangements ein wenig atmen lässt. Dies geschieht bereits an dritter Stelle in Form von „Apocalypse“, das mit seinen kleinen Groove-Passagen die Baller-Attacken auflockert, noch martialischer erscheinen lässt.

Je länger das Album dauert, desto mehr Tracks von diesem Kaliber gibt es. Zwischendurch wird schon mal durchgeballert („In The Valley“, „Concealed Within“), doch gerade der schwedisch sägende Death Metal eines „Monuments Of The Dead“, mit dem man ein wenig an Evocation erinnert, hat Pfeffer. Für das abschließende „Left Inside“ werden sogar mehr als sieben Minuten Spielzeit angesetzt. Das ist erst einmal verdammt viel – und alles andere als langweilig. Anstatt wie Napalm Death auf Doom-Strukturen zu setzen, üben sich die Schweden einmal mehr an sägendem, schwer verdaulichen Death Metal mit einem Hauch Melodik und fauliger Atmosphäre – großes Kino.

Der mehrfache Ausflug in behäbigere Gefilde glückt: „When Worlds Collide“ zeigt eine Grind-Band, die sich immer weiter aus dem eigens gezimmerten Fenster herauslehnt. Natürlich haben Exhale nach wie vor Neues von der Ballerburg an Bord, treten das Gaspedal durch mit einem bissigen, schön undergroundigen Sound, der die Vehemenz der Musik gut transportiert. Die ausladenden Death Metal-Exkurse sind jedoch das sprichwörtliche Salz in der Suppe, lockern die Platte auf und zeigen andere Facetten des schwedischen Quintetts, die durchaus zu überzeugen wissen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.11.2013
Erhätlich über: Pulverised Records (Soulfood Music)

Website: www.exhaleswe.com
Facebook: www.facebook.com/officialexhale

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Category: Magazin, Reviews

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