Volto! – Incitare

| 1. August 2013 | 0 Comments

Volto!

Während sich Tool – mal wieder – eine Auszeit nehmen, beschäftigt sich Schlagzeuger Danny Carey anderweitig. Gemeinsam mit Gitarrist John „Volto“ Ziegler und Bassist Lance Morrison (u.a. Session- und Tour-Musiker von Alanis Morissette, Simple Minds, Rod Stewart, Anastacia und Don Henley) spielt er mit Volto! seit mehreren Jahren Cover-Versionen diverser Jazz- und Fusion-Tracks. Mittlerweile hat man ausreichend eigenes Material am Start, um ein erstes Album an den Start zu bringen. „Incitare“ ist mit seinen offenkundigen Prog-Einflüssen und stellenweise knüppelharten Gitarren durchaus auch für gestandene Rocker einen Versuch wert.

Der als Gratis-Download erhältliche Opener „Grip It“ bereitet nur unzureichend auf dieses Album vor, zählt er doch zu den härtesten Tracks dieser Platte. Die Gitarren fallen stellenweise klassisch proggig aus, die Rhythmusabteilung wirkt verspielt, Gesang vermisst man sowieso nicht, wenn sich Volto! von einem Rausch in den nächsten spielen. Gerade die ausufernden Soli, die gelegentlich an King Crimson erinnern, erzählen für sich Geschichte um Geschichte, während Carey sein Drumkit wechselweise verprügelt und zur Groove-Basis macht.

Überhaupt muss man der Rhythmusabteilung um Carey und Morrison ein riesiges Kompliment aussprechen. Gerade im ausufernden „Drumbeaux“ – möglicherweise eine Anspielung auf „Bonzo’s Montreaux“, natürlich mit einem Schlagzeugsolo ausgestattet – erinnern die beiden stellenweise an die für sich einnehmende Düsternis von Tool. Aber auch die klassisch jazzigen Exkurse, unter anderem in „Whopner“ und dem faszinierenden „Tocino“, könnten auch Nicht-Genre-Kundige bekehren. Gerade der zu den Album-Sessions eingeladene Keyboarder Jeff Babko (u.a. Frank Ocean, Jason Mraz) weiß hier zu glänzen. Einzig „Meltdown“ – nomen est omen – ist wirklich verzichtbar, die Sound-Experimente haben keinen nennenswerten Mehrwert.

„Incitare“ erfordert offene Ohren und die konsequente Missachtung jeglicher Genre-Grenzen. Danny Carey allein garantiert natürlich kein Prog-Rock-Meisterwerk, es handelt sich hierbei viel mehr um Fusion und Jazz Rock mit etatmäßigen progressiven Spitzen und einigen härteren Ausflügen, die auch Derek Sherinian auf seinen Soloalben regelmäßig zelebriert. Volto! stehen für instrumentale Brillanz, hypnotisierende Jams und konsequentes Um-die-Ecke-denken. Man muss bloß mit dem einen oder anderen Abwurf umgehen können.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.08.2013
Erhätlich über: Fantasy Records / Concord Music Group (Universal Music)

Website: www.voltoband.com
Facebook: www.facebook.com/VOLTOband

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Category: Magazin, Reviews

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