Tombstone Highway – Ruralizer

| 18. März 2013 | 0 Comments

Tombstone Highway

Denkt man an Sumpf und bluesigen Southern Rock / Metal, fällt einem natürlich zunächst… Italien ein? Tombstone Highway, 1999 erstmals als Leaf Season Death (L.S.D.) gegründet und nach einer langen Pause seit 2006 unter dem gegenwärtigen Namen aktiv, kommen aus Piacenza am Ufer des Po, natürlich DIE Location für eine brachial-schwerfällige Mischung aus Black Sabbath und Lynyrd Skynyrd. Sarkasmus beiseite, was HM Outlaw und Emilio S.O.B. auf Platte packen, hat tatsächlich Hand und Fuß. Nach einer mehrjährigen Pause, bedingt durch Verpflichtungen mit ihren anderen Bands (Outlaw ist unter seinem bürgerlichen Namen Ferdinando Marchisio als Sänger der Doomster Forgotten Tomb aktiv), erscheint das Debütalbum „Ruralizer“.

„Old Blood“ als Opener ist jene hohe Einstiegshürde, die es zu überwinden gilt. ‚Problematisch‘ gestaltet sich hier jedoch weniger der Song an sich, sondern der gelegentliche Banjo-Einsatz, der den Track eröffnet. Schwere Gitarren und stilisierte Western-Klänge muss man sich erst schönhören, es funktioniert nach mehreren Durchläufen sogar. Dabei hat der Track wesentlich mehr zu bieten, nämlich ordentlichen Punch und Outlaws raue, beinahe punkige Stimme. Schwere Rock-Riffs und aggressive Drums machen das Gros der Platte aus, siehe und höre beispielsweise „Hangman’s Friend“, das knüppelharte „Acid Overlord“ und „Ruralizer“, der unverschämt hymnische Titeltrack.

Wer angesichts dieser sehr speziellen Melodik an Volbeat denkt, ist nicht einmal so verkehrt. Elvis hat hier zwar nichts zu melden, die Mischung aus Heavyness und unaufdringlicher Eingängigkeit kennt man allerdings in ähnlicher Form von den Dänen. Auch „At The Bitter End“ und „Graveyard Blues“, zwei beinahe doomige Monster, die jeweils die Sieben-Minuten-Marke locker sprengen, funktionieren prima. Selbst wenn sich manche Riffs wiederholen und der Banjo-Einschlag eher nervig denn originell ist, macht „Ruralizer“ Laune. Das Full-Length-Debüt der beiden Italiener, die für kommende Live-Auftritte mittlerweile zwei Mitstreiter gefunden haben, ist unterhaltsam von vorne bis hinten. Tombstone Highway sind ein typisch südliches Phänomen: Südstaaten-Rock mit südeuropäischem Metal gepaart – angenehm eigen, angenehm vertraut.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.03.2013
Erhätlich über: Agonia Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/Tombstone.Highway

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Category: Magazin, Reviews

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