Continents – Idle Hands

| 20. Januar 2013 | 0 Comments

Continents

Manche Bandnamen muss man nicht verstehen. Warum sich fünf Burschen aus South Wales Continents nennen, ist nicht unbedingt klar. Will man etwa auf allen Kontinenten spielen? Geht es gar um die Weltherrschaft? Narf hier, Breakdown da: die Briten verstehen ihr Handwerk. Nach Auftritten mit Emmure, Deez Nuts, Comeback Kid und The Black Dahlia Murder schlug Victory Records zu und stellt die Modernisten einer breiteren Öffentlichkeit vor. „Idle Hands“ versteht sich auf melodischen Hardcore, gepaart mit einer Prise technischem Anspruch, einem Hauch Deathcore und massiven Breakdowns en masse.

Was sich auf dem Papier ein wenig formelhaft liest, macht tatsächlich Laune. „Trials“ kennt man bereits durch den 2011 selbst veröffentlichten Clip, ist ein bissiger Wellenbrecher mit ohrenbetäubenden Hits und Breakdowns, der sich gelegentlich ein wenig zu verzetteln scheint in den etwas zu langen instrumentalen Passagen. Nicht verzagen, „Inhale“ antesten. Zwar gibt man sich auch hier kürzeren Exkursen ohne Vocals hin, doch die hier eingestreuten melodischen Anleihen machen Laune und schmücken das obligatorische Breakdown aus. Duncan Hamills Drums sind aggressiv und auf den Punkt, dazu brüllt sich Phil Cross die Seele aus dem Leib – hasserfüllte, dynamische Vocals, die dankenswerterweise nur sehr selten gen Klargesang abdriften.

Gerade diese seltenen Exkurse funktionieren jedoch, zumal Cross kaum wirklich singt, sondern viel mehr für Dynamik und Variation sorgt. Gepaart mit Architects-Gitarren und einem geradezu labyrinthartigen Aufbau wird das knüppelharte und dennoch hymnische „Land Of The Free“ zum Hit dieses Albums. Auch das zwischen Emmure-Breakdowns und feinster Melodik wechselnde „Pegasus, Pegasus“ wandert klar auf die Haben-Seite, dazu kommt das eigenartig zweigeteilte Finale „Lion’s Den“ mit seiner eigentlich unnötigen Zäsur zur Mitte des Songs. Klingt abgehackt, die beiden ‚Abschnitte‘ gehen dafür ordentlich an die Substanz.

Je länger das Album dauert, desto repetitiver wird es. Das mag nicht unbedingt stören, denn zumeist stimmt die Qualität, doch „Truth And Lies“ fällt gänzlich aus dem Rahmen. Den martialischen Deathcore-Part kannte man so von den Walisern noch nicht, nebst betont eingängigen, nach Metalcore klingenden Momenten wirkt er jedoch deplatziert. Hier wurde zusammengekleistert, was nicht zusammenpassen kann und soll. Einen Originalitätspreis werden Continents für ihr Debütalbum nicht gerade gewinnen – Architects-Rhythmik, Emmure-Brutalität, Breakdown-Orgie und Melodik mit Metalcore-Seitenhieben kennt man natürlich. Dennoch präsentiert sich „Idle Hands“ über weite Strecken angenehm unaufgeregt und macht auch keinen Hehl daraus, dass es vor allem voll auf die Zwölf gehen soll. Die Waliser wollen gepflegt die Sau raus lassen und empfehlen sich als potentielles High-Energy-Live-Erlebnis. Reicht ja auch vollkommen, ist für Genre-Fans eine feine Sache.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 25.01.2013
Erhätlich über: Victory Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/Continentsband

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Category: Magazin, Reviews

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