Whalerider – Was It Only A Dream?

| 19. Juni 2012 | 0 Comments

Whalerider

„Stellt euch vor, ihr reitet auf dem Rücken eines Wales, weit unterhalb der Wasseroberfläche, um dann Zeuge eines wunderschönen und sehr aufregenden Szenarios zu werden.“ – Woher Whalerider aus Mannheim ihren Namen beziehen, ist somit klar. Das deutsche Quartett mit iranischem Lead-Gitarristen besteht seit 2009, agiert seit vergangenem Jahr in neuem Line-Up und taucht mit der ersten EP „Was It Only A Dream?“ tief in psychedelische Sludge-Gefilde ein. Für den Release-Einstand, in einer limitierten CD-Auflage von gerade einmal 50 Stück in schmucker Vinyl-Optik erhältlich, ließ man sich hörbar von den Melvins, Soundgarden und guten alten Rock-Bands (Led Zeppelin, Deep Purple, Pink Floyd) inspirieren.

Mit einem monolithischen Riff und dem dazu passenden, schwerfällig schrubbenden Basslauf liefert „Devil Got Me“ den passenden Auftakt zu einem wahren Höllenritt. In den Strophen schrauben Whalerider die Instrumentierung auf ein absolutes Minimum zurück, waten tatsächlich knietief in psychedelisch-sumpfigen Gewässern, die in Kombination mit Max Feibels schneidender Stimme ein wenig an Soundgarden erinnert. Die Backings im Refrain lassen den Song abheben, bevor es in der zweiten Hälfte noch eine Spur intensiver, verkopfter, verdrogter wird. „Found A Lie“ knüpft nahtlos an diesen Wahnsinn an, spielt mit Prog-Versatzstücken. Highlight ist jedoch das stark verzerrte, noisige Riff, auf Basis dessen Whalerider ein wenig mit Blues-Elementen kokettieren, jedoch nicht ohne ihre Gitarren aufheulen zu lassen.

In dieser Schwerfälligkeit fällt der instrumentale Titeltrack „Was It Only A Dream?“ erst recht auf. Nicht nur, dass es hier deutlich härter und metallischer zugeht – Isis lassen grüßen – zwischenzeitlich drücken Whalerider das Gaspedal durch, spielen mit ein wenig Melvins-Punk. Während „Dr. One“ mit nervösen Electro-Soundscapes gen schmerzvolles Ende geleitet, zittert der Finger bereits über der Repeat-Taste. „Was It Only A Dream?“ ist ein kurzer, wohl aber effektiver Teaser, ein psychedelisch-kratziger Wink mit dem Stacheldraht-Zaunpfahl, ein bissiger Post-Blues-Bastard mit einem Faible für Atmosphäre. Einfach ist hier nichts, man muss sich die Songs erst erarbeiten. Dass hierauf ein ebenso mächtiges, majestätisches Album folgen muss, und das möglichst bald, versteht sich von selbst.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.03.2012
Erhätlich über: Eigenproduktion

Facebook: www.facebook.com/Whaleride

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Category: Magazin, Reviews

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