Blessed By A Broken Heart – Feel The Power

| 1. Februar 2012 | 0 Comments

Blessed By A Broken Heart

Lang hat’s gedauert. Knappe vier Jahre nach ihrem Zweitling „Pedal To The Metal“ meldet sich die Glamcore-Formation Blessed By A Broken Heart mit ihrem längst überfälligen Drittwerk „Feel The Power“ zurück. Bei der amerikanisch-kanadischen Kapelle ist inzwischen mit Gitarrero Sam Ryder Robinson (Sänger und Gitarrist bei den UK-Rockern The Morning After) auch ein Brite mit an Bord, um Shred-Meister Sean Maier unter die Arme zu greifen. Was noch? Von ihrer alten Plattenfirma Century Media haben sich die fünf mittlerweile getrennt und bei Tooth & Nail (USA) bzw. Rude Records (Europa) ein neues Zuhause gefunden. Aber keine Angst, beim Sound ist immer noch alles beim Alten.

Das Quintett fabriziert nach wie vor eine zu gefallen wissende Mischung aus 80er-Glam Metal mit zeitgemäßen Metalcore-Einschlag. Mal kommt ersteres mehr zum tragen, wie bei der Party-Hymne „Rockin‘ All Night“, mal drängt sich der Core-Anteil in den Vordergrund („Innocent Blood“). Letzterer ist aber nicht mehr so präsent wie noch zu „Pedal To The Metal“-Zeiten. Generell wirkt die Mischung ausbalancierter und weit weniger forciert. Durch den zurückgeschraubten Einsatz von Core-Geshoute wird auch deutlich, wie sehr sich Sänger Tony Gambino über die Jahre gemausert hat.

Weiterhin sollte erwähnt werden, dass der neu hinzugekommene Robinson nicht nur ein kompetenter Axtmann ist, sondern Gambino auch noch mit schmissigen Backing-Vocals den Rücken stärkt. Durch die zahlreichen mehrstimmigen Singalong-Passagen bekommt der Mann also ausreichend Gelegenheit zu glänzen. Dass auch der Rest der Mannschaft seine Hausaufgaben gemacht hat, muss nicht weiterhin erwähnt werden. Auf den insgesamt zwölf Tracks merkt man, dass hier keine Greenhorns am Werk sind.

Wie schon beim Vorgänger liegt der Focus auf eingängigen Refrains und dynamischen Songstrukturen. Überzeugen können dabei vor allem der druckvolle Opener „Deathwish“, der räudig-rockende Weckruf namens „Shut Up And Rock“ (inklusive derber Gesangsunterstützung von Dalllas Taylor von Maylene And The Sons Of Disaster) und das treibende „Love Nightmare“ mit Ohrwurm-Charakter sowie süchtig machender Keyboard- / Gitarren-Melodie.

Zwar steht Catchiness bei dem Fünfer an vorderster Stelle, aber trotz aller Hooks und Eingängigkeit kann die Platte immer wieder mit durchaus ansprechenden Song-Passagen überraschen („Sleepless Nights“). Dass man sich bei Titeln wie „Rockin‘ All Night“ oder „Skate Or Die“ keine tiefschürfenden lyrischen Ergüsse erwarten darf, liegt auf der Hand. Die Jungs stehen von Anfang bis Ende für Party, Spaß und Vollgas. Einzige Ausnahme ist das schmalztriefende „I’ve Got You“, aber was wäre eine anständige Glam-Platte ohne die obligatorische Power-Ballade?

Dem multinationalen Quintett gelingt es mit „Feel The Power“ (und dem nötigen Augenzwinkern) Tradition und Moderne miteinander zu vermischen, es dabei aber mit den Klischees glücklicherweise nicht zu übertreiben. Hard-Rock-Rebellen, Old-School-Metaller und Frickel-Fetischisten sollten an dem Album genauso viel Gefallen finden wie Core-Jünger und College-Rocker. Wer vom Winter schon längst die Nase voll hat, dem sei Blessed By A Broken Hearts Arschtritt-Attacke wärmstens empfohlen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.01.2012
Erhältlich über: Rude Records (Cargo Records)

Website: www.blessed.mu
Facebook: www.facebook.com/blessedbyabrokenheart

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Category: Magazin, Reviews

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