SETE – Adult Teenage Angst

| 12. Februar 2026 | 0 Comments
SETE

(c) Paul Pack

In der Berliner Szene kennengelernt. Langjährige Freundschaft. Ewig über eine gemeinsame Band gesprochen. Dann einfach gemacht. Das ist die stark verkürzte Geschichte von SETE, hinter denen unter anderem die ehemalige Stimme von den grandiosen The Tidal Sleep und der Bassist der langzeitpausierenden Jennifer Rostock stecken. Seit Ende 2024 gibt man als Quintett Stoff und konzentriert sich auf verschiedenste Emo-Spielarten, zwischen melodisch, gefühlvoll und knüppelhart. „Adult Teenage Angst“ ist ihre erste EP und macht direkt Bock auf mehr.

Das legere und doch zwingende „Telescopes“ ist der perfekte Opener, öffnet sogleich die Arme weit und packt einen Strauß Melodien aus. Eine gewisse 90s-Prägung ist unvermeidbar, wobei der etwas unruhige doppelte Boden mit kratziger Gitarre sogleich zeigt, dass diese vermeintliche Idylle nicht ewig halten kann. Butterweiche, großartige Vocals steuern jedoch dagegen, bevor der Schlussakt abhebt. Kleine Tempo-Verschärfung, mehr Ecken und Kanten, zudem einzelne Screams im Hintergrund – kann man so manchen. „Zaragoza, March 25th 2017“ lässt seine Gitarren zunächst nervös und doch bestimmt kreisen und konzentriert sich darauf, einfach ’nur‘ ins Ohr gehen. Das gelingt mit dieser Perle von einem Song ohne Frage.

In „Scissors vs. Cords“ brodelt es, selbst in harmonischsten Momenten. Man wartet eigentlich nur darauf, dass der Track so richtig abhebt, was spätestens in der zweiten Hälfte gelingt, wenn sich die bereits zuvor fieberhaften Drumrolls zu einer kantigen Machtdemonstration nebst Post-Hardcore-Note aufbäumen. Auch hier tauchen wieder ein paar Screamo-Passagen auf, bevor die schiere melodische Urgewalt das treibende Heft in die Hand nimmt. Im abschließenden „Mute Sirens“ bleibt für falsche Zurückhaltung keine Zeit. Gemeinsam mit Liam Phelan von den sich demnächst viel zu früh auflösenden Svalbard entsteht ein launischer, unberechenbarer Track. Wiederholte Stakkato-Attacken und derbe Screams, vor allem im Mittelteil, kollidieren mit den vielleicht besten Hooks dieser EP.

Großes Kino in fokussierter Dosis servieren diese bekömmlichen 16 Minuten, die tatsächlich wie eine kleine, aber stets hochgradig feine Rundreise durch den Emo-Mikrokosmos wirken. SETE haben hörbaren Spaß daran, sich in den verschiedensten Sub-Bereichen auszutoben, doch bleibt das Faible für knackige Melodien und fiese Kanten stets gleich. „Adult Teenage Angst“ kann durchaus wütend und ruppig sein, nimmt jedoch mit seinen feinsinnigen Hooks und den großartigen Vocals wieder und wieder in den Arm, auch wenn das Selbst gerade verzweifelt um Fassung ringt. Dieser mächtige Happen zum Auftakt verspricht sehr, sehr viel für die Zukunft.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.02.2026
Erhältlich über: Through Love Records (The Orchard)

Website: www.sete.rip
Instagram: www.instagram.com/seteangst

Teile diesen Artikel

Tags: , , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES