Jack Harlon & The Dead Crows – Inexorable Opposites

| 4. Februar 2026 | 0 Comments
Jack Harlon & The Dead Crows

(c) Dylon Parr

Der wilde, spacige Westen rückt ausnahmsweise in den Hintergrund: Auf ihren drei ersten Album tankten sich die Australier Jack Harlon & The Dead Crows durch ihr eigenes Sci-Fi-Wild-West-Universum um die Figur Jack Harlon. Dichtes Storytelling und DIY-Ethos begleiteten die bisherigen Releases. Nun aber wagt sich das Quartett aus seiner Komfortzone. Zumindest für das Drum-Tracking holte man sich externe Hilfe, zudem siedelt Sänger Tim Coutts-Smith die Lyrics in der echten Welt an, befasst sich unter anderem mit eigenen Erfahrungen und seiner Tätigkeit als Mental Health Professional. Engere Zusammenarbeit beim Songwriting und mehr Range zwischen Heavyness und Gemächlichkeit lassen „Inexorable Opposites“ wachsen.

„Venomous“ schallt tatsächlich giftig aus den Boxen, schraubt Tempo und Heavyness-Grad vor allem zu Beginn kräftig nach oben und lässt gleichzeitig vertraute Western-Elemente einfließen. Coutts-Smith taucht aus den Untiefen des Arrangements auf, die bedrohliche Grundstimmung wird von geradezu metallischer Wucht mit Stoner-Doom-Schlagseite intensiviert. In der zweiten Hälfte geht es sogar noch langsamer und drückender voran – ein kleines Kunststück. „To Die“ am anderen Ende des Albums ist das krasse Gegenteil, ein auf minimale Instrumentierung reduzierter Psych-Ausritt mit noisigem Abgang und viel Luft zwischen den Noten. Auch das ist imposant, wenngleich auf komplett andere Weise.

Zwischen diesen beiden Extremen toben sich die Australier mit wachsender Begeisterung aus. Wie in „Junior Fiction“, das kaum Fahrt aufnimmt, das mit finsterer Schwere auftrumpft, bevor eine einsame Gitarre aus der Dunkelheit schnellt und gefühlt alle Effektpedale gleichzeitig bedient. Ähnlich stark gestaltet sich „Moss“ mit Psychedelic-Doom-Schlagseite, einem erstaunlichen Hauch Monster Magnet zwischendurch und geschickt eingesetzten melodischen Einschüben ringsum. Wer hingegen die rockigen Jack Harlon & The Dead Crows mag, bekommt „On The Overwhelm“ serviert, bluesige Note inklusive. Massiv, veträumt und doch kraftvoll – das ist großes Kino.

Und so entwickelt sich diese Platte letztlich zum bekömmlichen, gerne mal etwas herausfordenden, doch nie überfordernden Siegeszug. Mit einem neuen Drummer und externem Tracking waren Jack Harlon & The Dead Crows bestens beraten, klingt ihre neue Platte doch um Welten voller und intensiver. In Verbindung mit dem Fokus auf musikalische Bandbreite, von Western-artigen Soundtracks bis zu Stoner-Doom-Dampfhämmern, läuft „Inexorable Opposites“ zu starker Form auf. Offensichtlich bekam ihnen der Wechsel zu Real-Life-Themen gut, ohne jedoch eine Rückkehr zum Space-Western-Mikrokosmos auszuschließen. Unterm Strich bleibt das bis dato beste Album der Australier, Formkurve weiterhin steil nach oben zeigend.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.02.2026
Erhältlich über: Magnetic Eye Records

Facebook: www.facebook.com/jackharlondoom

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Category: Magazin, Reviews

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