Salos – A Slaughter For The Empire

(c) Salos
Hier darf – und soll – die Musik explizit für sich stehen. Wer genau hinter Salos steckt, ist unbekannt. Das Duo kommt aus Griechenland, hüllt sich in schwarze Kutten mit Kapuzen und gruseligen Masken, trägt Symbole statt Namen und geht rein instrumental zu Werk. Post Rock, Post Metal und diverse Zwischentöne dominieren, gelegentlich durch Synthesizer oder ein Saxofon ergänzt. Stolze zehn Jahre nach den ersten konzeptuellen Plänen landet nun der Einstand „A Slaughter For The Empire“ in Eigenregie.
Als Referenzen werden God Is An Astronaut und Russian Circles genannt, und das ist tatsächlich nicht so weit hergeholt. In „Arches“ steckt Stärke, das weiß nicht nur Joe Wilkinson. Salos zeigen hier ihr richtig starkes Spiel mit Ebbe und Flut, rollen gemächlich an und setzen kraftvolle Spannungsbögen frei. Aus dem Nichts verfinstert sich der Himmel, ein erstaunlich proggiger Ansatz mit donnernden Drums dringt durch. Die Griechen lieben verspielte, komplexe Klänge und kultivieren diese mit maximaler Begeisterung. Dass all das letztlich doch in sich zusammensackt und am tiefenentspannten Höhepunkt das Saxofon des griechischen Jazz-Musikers Yiannis Kassetas in den Mittelpunkt rückt, passt ebenso ins Bild wie der finale kathartische Moment.
Fast noch eine Spur größer und herausfordernder ist „We Deteriorate“. Stolze neun Minuten bringt der Song mit und nutzt diese mit wachsender Begeisterung aus. Schnell finden die Griechen in eine Art vertrackten Rhythmus, spielen mit Poly-Elementen und stolpern auf einmal in himmlische Schwerfälligkeit. Angedeutete Melodik und sägende Gitarren verändern das Stimmungsbild durch vergleichsweise minimale Variationen. Ein weiterer reduzierter Mittelteil mit filigraner Melodik symbolisiert das Auge des Sturms, dann wird das Geschehen immer härter und lauter. Einmal mehr wachsen Salos über sich heraus, nehmen im Finale brutalste Modern-Prog-Gepflogenheiten mit und rennen damit offene Türen ein.
Post Rock für Fortgeschrittene nimmt auf eine wilde Reise durch Ebbe und Flut, durch teils höchst widersprüchlich agierende Gezeiten mit. Salos finden einen wunderbar eigenwilligen Ansatz für ihre wortlose Musik, die mehr und mehr mit progressiven Elementen versehen wird. Erstaunlich schroffe Ausritte auf der einen und jazzig-intime Momente auf der anderen Seite begleiten diese kurze, aber hochgradig starke erste Platte. „A Slaughter For The Empire“ bietet Unmengen an Substanz hinter der mystischen Präsentation und lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 13.03.2026
Erhältlich über: Eigenvertrieb
Facebook: www.facebook.com/s4los


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