Swartzheim – Wounds

| 1. Dezember 2025 | 0 Comments
Swartzheim

(c) Cecilie Frost

Wenige Songs und Kleinformate reichten fünf Dänen aus der Hafenstadt Randers, um auf dem Wacken und dem Copenhell aufzutreten. Und das kommt nicht von ungefähr, denn Swartzheim bringen unheimlich viel Energie und Vehemenz mit, wenn sie ihren Mix aus Thrash Metal und Crossover-Urgewalt ausspucken. Nun folgt das komplette Album: „Wounds“ steht stellvertretend für jene Wut, die die Dänen angesichts der aussichtslosen Zukunft vieler junger Menschen heutzutage empfinden.

Der Sarkasmus in „No One To Blame“ trieft aus allen Poren. Passend dazu flirtet das Quintett mit einem relativ klassischen Thrash-Aufbau, bevor sie urplötzlich den Schalter umlegen und Vollgas geben. Wucht, Intensität und Aggression, dazu die schäumenden, bellenden Vocals – das fährt durch Mark und Bein, brennt unter den Nägeln und reißt Wände ein. Etwas angedeuteter Groove und ein feinsinniges Gitarrensolo runden das Ding ab. „Spitting Nails“ könnte so etwas wie die Überschrift für dieses Album sein. Swartzheim stolpern in diese zweieinhalb Minuten hinein und lassen einfach vom Leder. Der Crossover-Biss macht ordentlich Laune.

Wenige Türen weiter erhöht „Execute“ die Schlagzahl noch ein wenig und wird im Quasi-Hauptteil fast eingängig. Der angedeutete Gesang wird natürlich komplett zerschossen, das Tempo schnellt weiter in die Höhe, das Gitarrensolo dockt im klassischen Thrash-Sektor an. Swartzheim kommt das entgegen, inklusive einem Hauch von Breakdown und dem giftigen Finalakt. Der Titelsong „Wounds“ nimmt hingegen Fahrt auf, von bestialischen Screams und rasender Wut begleitet. Immer schneller, immer härter, dazu diese kleinen und feinen Groove-Passagen – das ist mindestens so großes Kino wie „Discarded“, das sich in seinen viereinhalb Minuten mehrmals häutet. Sogar ein Hauch Slayer-Bosheit schwingt zwischenzeitlich mit.

Einen Originalitätspreis werden Swartzheim für diese halbe Stunde freilich nicht gewinnen, müssen sie aber auch nicht. Fans von Municipal Waste, Dr. Living Dead! und Foreseen können hier bedenkenlos zugreifen, wobei die Dänen stets ihr eigenes Süppchen kochen. „Wounds“ fällt unnachgiebig bis kompromisslos aus, legt stets noch einen drauf, hat aber auch ein Herz für Groove, für Breakdowns und jegliche Form von Auflockerung der Aggro-Thrash-Ursuppe. Kaum zu glauben, dass die live sogar noch stärker sind.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.12.2025
Erhältlich über: Swartzheim / Blood Blast Distribution

Website: swartzheim.com
Facebook: www.facebook.com/swartzheim

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Category: Magazin, Reviews

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