Svntarer – Exitus Triumphalis

| 4. Dezember 2025 | 0 Comments
Svntarer

(c) Svntarer / FDA Records

Dieser aufsteigende Ast führt in höchste Höhen: Das Salzburger Duo Svntarer liebt melancholische Klänge im extremen Gewand. Post Black Metal und Sludge, melodische Euphorie und tödliche Härte fanden bislang auf einem Album und einer Single zusammen, beide in Eigenregie erschienen. Mit FDA Records wurde nun ein kongenialer Partner gefunden, um dem Zweitling „Exitus Triumphalis“ eine größere und mehr als verdiente Bühne zu gewähren. Und diese wird sogleich mit Nachdruck genutzt.

Eitel Sonnenschein herrscht hier nicht, das zeigt alleine schon ein Titel wie „Feed The Earth With Bodies“. Folglich setzt es bleierne Schwere und infernale Frontalattacken mit ähnlich wütenden bis verzweifelten Vocals, die sich mühevoll aus dem Dickicht kämpfen. Wiederholtes Aufbrausen und schwerfällige, dennoch gemächlichere Zwischentöne symbolisieren eine Art Ebbe und Flut, bevor ein ellenlanges Fade-out das Ende beschwört. „Dirigent des Niedergangs“ trägt es bereits im Titel. Gemeinsam mit J.J. (Karg, Harakiri For The Sky) geht es durch majestätischen Post Black Metal mit Sludge-Schlagseite, stets am gefühlten Limit operierend, drückend und doch mit dem nötigen Feinschliff vorgetragen.

Diesen Spagat vermeidet „Oh Lord, Come Dance With Me“ weitestgehend und wechselt schnell in den Angriffsmodus. P.G. von Groza spendiert dem Track zusätzliche Bedrohlichkeit, während die silbenreichen, stellenweise sogar mit Hardcore flirtenden Vocals überraschen. Die melancholische zweite Hälfte kommt dennoch unerwartet, gerade nach betont radikalen Zwischensprints. Und doch ist derlei Unvorhersehbarkeit ein wichtiger Eckpfeiler von Svntarer, siehe auch das über weite Strecken klagende, dennoch im richtigen Moment überkochende „In Igne Ardeo“, das durch eine Art imaginären Fleischwolf dreht.

Die Gänsehaut bleibt noch lange nach dem Verhallen des letzten Tons erhalten. „Exitus Triumphalis“ ist eine Frontalattacke auf sämtliche Sinne, zugleich von hoher Musikalität geprägt. Klar, das Duo mag seinen Post Black Metal, seinen Sludge, etwas Post Rock (siehe und höre der CD-Bonus-Track „Burnt Out Into Oblivion“) und Todesstahl, wirkt dabei förmlich süchtig nach Melancholie, nach unmittelbarer Emotionalität und Sinnesschwere. Svntarer pendeln mit wachsender Begeisterung zwischen den Extremen, heavy und filigran zu gleichen Teilen, und verpacken das in ein von vorne bis hinten richtig gutes, kurzweiliges Album. Dieser famose Zweitling wird noch lange nicht loslassen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.12.2025
Erhältlich über: FDA Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/Svntarer

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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