SoftSun – Eternal Sunrise

| 3. November 2025 | 0 Comments
SoftSun

(c) SoftSun / Heavy Psych Sounds Records

Drückende Schönheit mit Transistor-Anteilen ließ den Einstand von SoftSun zu einem echten Überalbum reifen. Dahinter steckt die transatlantische Freundschaft von Wüsten-Veteran Gary Arce und Superlynx-Stimme Pia Isaksen, die ursprünglich Parts für Isaksens Soloprojekt Pia Isa austauschten. Das erste tatsächliche Zusammentreffen sorgte für die gemeinsame Band, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Auftakt landet nun „Eternal Sunrise“ – etwas weicher, mit zurückgenommenem Doom-Anteil und mehr denn je in der psychedelischen Transistor-Wüste von Arces Band Yawning Man verankert.

Bereits das eröffenende „Sacred Heart“ macht deutlich, wohin die Reise geht. Zwar sind Reste der (emotionalen) Schwere weiterhin vorhanden, doch wirkt die gesamte Arrangierung leichter und lockerer gehalten, nimmt beinahe Jam-Charakter an und lässt die Gitarre zeitweilig mitsingen. Isaksens Stimme wird tief in den Track eingebettet und kann dennoch hell leuchten – ein echtes Kunststück. Im Grunde passiert während dieser siebeneinhalb Minuten herzlich wenig, das hat jedoch Methode und bemüht einmal mehr den Vergleich mit Arces anderen Bands. Die Magie liegt im Ausreizen der hypnotischen, für sich einnehmenden Grundstimmung, von minimalen Variationen und schemenhafter Wucht begleitet.

„Sleep The Day Away“ könnte durchaus das Motto dieser Platte sein, die natürlich weiterhin die obligatorischen Shoegaze- und Doomgaze-Elemente hinzuholt. Anmutig spaziert der Track durch gänzlich verwaschene Welten, spielt mit Echos und federnder Leichtigkeit, die in stetem Kontrast zur gewichtigen Wertigkeit der singenden, entstellten Saiten steht. Das abschließende „Cremation Sunlight“ macht die Gitarre sogar zur zweiten Singstimme und lässt diese wieder, immer wieder aufbranden. Majestätische Erhebungen und kleine Ausritte auf dem Effektpedal jagen abwechselnd warme und kalte Schauer den Rücken hinab.

SoftSun erreichen zwar nicht ganz die Magie des unfassbaren Vorgängers, was nicht zuletzt an der kleinen Transistor-Kurskorrektur liegt, pendeln sich jedoch auf hohem Niveau ein. Ihr zweites Album transportiert die Shoegaze-DNA bevorzugt in Richtung Desert Rock und Psychedelia, arbeitet sich konzentriert zu kleinen Höhepunkten vor und glänzt doch vor allem als eine einzige große Einheit mit bedachten Variationen. „Eternal Sunrise“ sieht die Sonne über dem Horizont aufgehen, wieder und wieder, streckt die Arme aus und ringt zugleich um Fassung, wenn die permanente Schönheit zum Alltag wird – ein spannender Kunstgriff, aufwühlend umgesetzt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.11.2025
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Instagram: www.instagram.com/softsunofficial
Facebook: www.facebook.com/p/SoftSun-61557870166741

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Category: Magazin, Reviews

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