Gasket – Gasket

(c) Noah Savage
Laut, derb, unbequem, jeglichen Hauch von Aufmerksamkeit einfordernd: Gasket aus Baltimore, Maryland haben sich in ihrer Heimat bereits einen Namen als kompromissloser Hardcore-Act mit Punk- und Metal-Schlagseite gemacht. Bislang gab es zwei EPs, zudem tourte man fleißig die Ostküste rauf und runter. Damit aber noch nicht genug: Ihr erstes Album steht vor der Tür, nun bei Blue Grape Music, heißt schlicht und ergreifend „Gasket“, und zerlegt alles mit erstaunlicher Vehemenz.
Neun Songs rattern in 20 Minuten durch und bringen die Kompromisslosigkeit des US-Quartetts auf den Punkt. Ob „Die Trying“ als mehr oder minder geheimes Motto zu verstehen ist, bleibt offen. De facto zerlegt der Track nach kurzem Anrollen alles, was sich in den Weg stellt. Der schlammige, unterproduzierte Sound und die wütenden Screams erinnern an jene Metalcore-Ursuppe, für die unter anderem Zao stehen, wenngleich mit kurzen Verschnaufpausen versehen. Solche gibt es auch in „Not Your Breed“ mit einem der stärksten und zugleich widerlichsten Riffs der gesamten Platte, komplett abgefuckt und im finalen Breakdown extremst dissonant.
Im Vergleich dazu geht „Carousel“ direkt und unmittelbar nach vorne, bemüht relativ klassische, dezent angepunkte Hardcore-Schemen und lässt die Muskeln spielen. Brachiale Heavyness und eine forsche, im richtigen Moment nahezu groovende Rhythmusabteilung mischt die zweite Hälfte auf. Hingegen punket „In Veno Veritas“ durch zuvor etwas vernachlässigte Musikalität, lässt sogar Platz für ein Gitarrensolo und reißt mittendrin die Hütte ab. In „Purest Existence“ rufen Gasket ihre schwermetallische Essenz ab, wobei Flynn Joseph Zimmers Shouts sogar noch schriller und zermürbender klingen.
So marode klingen aktuell nur wenige Bands, und das ist explizit als Kompliment zu verstehen. Gasket haben keine Zeit und keinen Platz für Aufhübschungen, sondern bringen den gesammelten Schmerz ihrer Existenz zum Ausdruck. Hässliche, drastische Songs und eine bewusst abstoßende Underground-Produktion tragen gekonnt dazu bei. Ihr erstes, selbstbetiteltes Album geht aber keinesfalls stur nach vorne, sondern zeigt sich vielschichtig, herausfordernd, wie eine kleine Hommage an die Szene. Dieser Abriss macht Laune.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 21.11.2025
Erhältlich über: Blue Grape Music
Bandcamp: gasketbaltimore.bandcamp.com
Instagram: www.instagram.com/antigasket


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