Rovar – Smoke

| 12. August 2025 | 0 Comments
Rovar

(c) Danny Kötter

Rock, Rock und nochmals Rock: Der gemeinsame Nenner von Rovar ist sofort klar und deutlich erkennbar. Bislang veröffentlichte das Trio aus Münster zwei EPs und ein Album, tourte unter anderem mit Wolfmother und Mother’s Cake und verbindet Druck mit Gefühl. Aufgenommenen wurde in den eigenen vier Wänden, auf Tape und im Alleingang. Das Herz schlägt eben für DIY und analoge Sounds, zudem singt diesmal neben Gitarrist Luca Mewes auch Drummer Bennet Fuchs, während Paul Ulrich das groovende Tieftöner-Fundament liefert. „Smoke“ lässt viel mehr als ’nur‘ Rauch aufsteigen.

Eine gewisse Verletzlichkeit sollte laut Band Einzug halten, und exakt das geschieht beispielsweise im abschließenden „Leipzig“, das mit Shoegaze und Psychedelic Rock experimentiert. Bewusst weitläufige, offen gehaltene Klangflächen und viel Luft zwischen den sorgsam arrangierten Spuren verleihen dem Track intimes Volumen. Derlei Widersprüche beherrscht das Trio prima, siehe und höre unter anderem „Walls“. Die klaren Melodien zu Beginn und der emotional aufgeladene Gesang sind nur einen Kunstgriff von Post Punk und New Wave entfernt. Mit dem Einsatz donnernder Riffwände und nicht weniger erschütternder Drums bricht der eben erst angesetzte Kajalstift jedoch ab und zerbröselt – ein spannender Spagat.

Die typische, groovende Heavyness gibt es natürlich auch auf dieser Platte, wie im Opener „Come Over“. Verspielt, verschwitzt und sexy machen Rovar in nur zweieinhalb Minuten klar, was Sache ist. Wütende Drumrolls und ein pulsierender Bass ziehen „Voices“ immer wieder in neue, andere Richtungen, drückend und wuchtig, von seiner kantigen Gitarre lebend. Hingegen spielt „Ask Myself“ mit Dynamik, mal laut und dann wieder leise, stellenweise semi-balladesk angehaucht, schließlich von einem herrlichen Gitarrensolo abgerundet. Das hat ebenso Klassikerpotenzial wie der Titelsong „Smoke“, der jedoch die Würze in der Kürze sucht und frontal, stellenweise fast metallisch nach vorne geht, während zwischendrin Desert-Psych angedeutet wird.

All das und noch viel mehr wird in gerade einmal einer halben Stunde durchgedrückt – vielschichtig, abwechslungsreich und doch nie überladen. Letztlich ist genau das die große Stärke von Rovar und ihrem neuen Album. Natürlich beherrschen sie weiterhin die mächtigen, überdimensionalen bis süffigen Riffs, lassen im richtigen Moment ordentlich von Leder, treten jedoch zugleich deutlich dynamischer und vielschichtiger auf – mit Psychedelia, mit Shoegaze, mit Wave und Gefühl. „Smoke“ kann zugleich beherzt zulangen, flirtet mit metallischen Dämonen und purem Wahnsinn. Unterm Strich bleibt ein Leckerbissen von einem Album voller kleiner Perlen, die sich definitiv jegliche Aufmerksamkeit mehr als verdient haben.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.08.2025
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Website: rovar.band
Facebook: www.facebook.com/rovarband

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Category: Magazin, Reviews

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