Death Goals – Survival Is An Act Of Defiance

(c) Kate Feast Photography
Nach dem willkommenen Wahnsinn von „A Garden Of Dead Flowers“ wollten Death Goals ihren Songwriting-Ansatz etwas abändern. Im Vorjahr hielten Harry Bailey (Gitarre, Vocals) und George Milner (Drums, Vocals) wöchentliche Sessions in Milners Home-Office ab, um schnell und authetisch auf die Welt und die zunehmende Verfolgung der queeren Community musikalisch reagieren zu können. Was man ursprünglich als zu derb und zu brutal für die eigene Band gehalten hatte, wurde letztlich doch zum perfekten Vehikel für lokale und globale Geschehnisse. Die EP „Survival Is An Act Of Defiance“ erscheint – passenderweise – in Eigenregie.
Für vier der fünf Songs luden Death Goals Stimmen aus der queeren Hardcore- und Metal-Community ein, um die Tracks im besten Sinne anders und einzigartig klingen zu lassen. Den Anfang macht Harry Nott von Burner. „Kill With Kindness“ weist mit seinen 161 Sekunden fast schon Überlänge auf und nützt diese aus. Kaputte Math-Gitarren, derbes Chaos und ausladende Passagen ohne Vocals, die sich selbst zerfleischen, verbinden Chaos und Melancholie. Die Zusammenkunft der Stimmen lässt speziell das ausgedehnte, fast idyllische Finale aufblühen. Danach kommt Jenna Pup von HIRS Collective hinzu und zerlegt „Tchotchke“ mit wachsender Begeisterung. Atemlose Übersteuerung entwickelt sich zum Markenzeichen.
Ein zweigeteilter, betont kurzer Nackenschlag mit Ewan Benwell von Cainhurst fährt durch Mark und Bein. Erst baut „Even An Empire Can Burn…“ bewusst ominös und destruktiv auf, danach geht „Even A Worm Can Turn“ in die Vollen. So nah waren Death Goals vogelwilder Grindcore-Action noch nie, wenngleich mit der inzwischen vertrauten, kompromisslosen Überforderung verbunden. Selbst das erst groovende, dann noisige Finale ändert daran nichts. Der abschließende Titeltrack entwickelt sich zum XXL-Nackenschlag. Gut, knapp vier Minuten wären für andere Bands ein Hauch von Nichts, doch diese Allianz von Death Goals und Lotta Ridgely (Victim Unit) zelebriert seine bittersüße Eskalation auf Raten. Wiederholt doomige Einschübe wirken wie ein Kommentar zum Status Quo, Ridgeleys Stimme ist zudem ein absolutes Highlight.
Sie brauchen keine elf Minuten, um gefühlt alles in Schutt und Asche zu legen, und das ist eine verdammt gute Sache. „Survival Is An Act Of Defiance“ haftet tatsächlich so etwas wie spontane Energie an, stets der kompletten, unüberbrückbaren Eskalation nah, und in seinem Ansatz doch voller Herz und Seele. Der lebenswichtige Aufschrei zur sich global verschlechternden Situation der eigenen Community erfolgt laut und deutlich, die stimmliche Pluralität passt prima zum zunehmend überfordenden, überbordenden Wahnsinn. Death Goals drehen auf magische Weise am Rad und werden endgültig zu Ikonen des Chaos.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 29.08.2025
Erhältlich über: Eigenvertrieb
Facebook: www.facebook.com/DeathGoals


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