Polymoon – Caterpillars Of Creation

| 2. September 2020 | 0 Comments
Polymoon

(c) Kalle-Erik Kosonen

Fünf junge Finnen brechen zu einer Reise durch Raum und Psych auf. Polymoon aus Tampere sind fest in der spannenden Psychedelic-Rock-Szene ihres Landes verankert. Starke Fuzz-Einflüsse, eine ordentliche Portion Space Rock und synthetische Untertöne sorgen für wabernde, wechselhafte Arrangements zwischen purer Euphorie und beklemmender Melancholie. Nun landet das von Oranssi Pazuzu-Frontmann Jun-His co-produzierte Debüt „Caterpillars Of Creation“.

Fluffige Intensität begleitet die glückseligen Momente dieses Einstands. „Malamalama“ macht vor, wie es gehen kann, mit plüschiger Wucht – sanfte Melodie trifft auf fuzzige, entstellte Gitarrenwände – und herrlich sanften, zugleich fordernden Vocals. Das große Gegenteilsuchen, die Dialektik des Seins schwingt implizit mit. Während man sich über diesen kuriosen und doch eingängigen Ansatz noch den Kopf zerbricht, befinden sich Polymoon bereits im epischen, ausladenden Finale mit ganz viel Gefühl und schroffer Instrumentierung.

Das eröffnende „Silver Mt.“ führt geschickt auf die falsche Fährte, denn aus der anfänglichen Vorsicht entwickelt sich in kürzester Zeit bleierne, zerstörerische Schwere. Polymoon sind verletztlich und verletzen zugleich – in weiterer Folge liegen die erwähnten Bestrebungen hinsichtlich Euphorie und Melancholie nahe beisammen. Nahtloses Umschalten zwischen Harmonie und Frontalangriffen bestimmt das Geschehen. Ähnliches beansprucht „Helicaling“ für sich, wenngleich eine Spur härter und frontaler ausgerichtet. Hier schielen die Finnen wiederholt in metallische Gefilde mit erstaunlicher Härte und pointierten, bissigen Attacken.

Selten lagen pure Schönheit und ungezwungene Aggression so nahe beieinander, verschmelzen regelrecht. „Caterpillars Of Creation“ kann und will sich auf keine emotionale Regung festlegen, holt stattdessen weit aus und bemüht sich wiederholt um Überraschungen, um plötzliche Wendungen. Und doch ist all das in ein gleichermaßen sanftes wie schroffes Umfeld eingepflegt, einem Plüsch-Pulverfass gleich. Polymoon spielen mit den Gefühlen der Hörerschaft und entdecken neue psychedelische Fuzz-Wege mit alten Methoden – ein von vorne bis hinten gelungenes, bezauberndes Happening.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.09.2020
Erhältlich über: Svart Records (Membran)

Facebook: www.facebook.com/polymooooon

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Category: Magazin, Reviews

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