Yawning Man – The Revolt Against Tired Noises

| 2. Juli 2018 | 0 Comments
Yawning Man

(c) Heavy Psych Sounds Records

1986 gegründet, waren Yawning Man eine der wichtigsten Generator-Party-Bands und gelten als Mitbegründer des Desert Rock-Sounds. Selbst Kyuss coverte einen ihrer Songs. Bis zum Release von eigenem Material sollte es allerdings knapp 20 Jahre dauern. Mittlerweile bewegt man sich musikalisch irgendwo zwischen Wüstenklängen, Post Rock und einem Schuss Psychedelia. „The Revolt Against Tired Noises“ ist das sechste Album des kalifornischen Trios.

Gleich vorneweg: Gesang bleibt eine angenehme Nebenerscheinung und wird nur selten eingesetzt, beispielsweise im aufwühlenden, durchaus atmosphärisch veranlagten „Grant’s Heart“. Die hellen, luftigen Vocals passen prima zu den zerlegt anmutenden, flirrenden Gitarren. Viel typischer ist da schon der Opener „Black Kite“, welcher in eine Art meditativen Zustand versetzt. Nur langsam, behäbig baut das US-Trio den Song auf, beharrt auf sich wiederholenden Mustern und setzt auf volle, sukzessive Entfaltung. Somit passiert, genau genommen, recht wenig, was allerdings seinen Reiz hat.

Gekonnt eingesetzte, pointierte Behäbigkeit treibt diese 40 Minuten an. Das mündet schon mal in überraschend experimentellen Momenten – tatsächlich klingen die Gitarren in „Misfortune Cookies“ ein wenig nach Math-Rock, dann wieder nach Prog. Zum Höhepunkt schwingt sich allerdings „Skyline Pressure“ auf, das gekonnt an der Acht-Minuten-Marke kratzt. Auch hier passiert, genau genommen, nicht sonderlich viel. Die Desert-Rock-Ursuppe wird abermals ordentlich ausgedehnt und gekonnt zäh präsentiert. Man groovt sich förmlich ein und nimmt die gesteigerte Intensität in der zweiten Hälfte nur rudimentär wahr. Psychedelische Klangexperimente und ein in die Länge gezogenes Fade-Out veredeln den Track.

Klar, wenn man es genau nimmt, passiert auf diesem sechsten Album nicht sonderlich viel. Yawning Man bauen viel Luft ein, reizen Melodien und Riffs beinahe bis zur Unkenntlichkeit aus und zelebrieren eine Art gewaltige Jam-Session, die durchaus an den Generator-Party-Vibe erinnert. Das muss man mögen, doch lässt man sich auf „The Revolt Against Tired Noises“ ein, warten herrliche Momente musikalischer Meditation, vertonter Beharrlichkeit und im besten Sinne aufwühlenden Lebensgefühls.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.07.2018
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Website: yawningman.com
Facebook: www.facebook.com/yawningmanofficial

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Category: Magazin, Reviews

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