The Order Of Israfel – Wisdom

| 28. August 2014 | 0 Comments

The Order Of Israfel

Gleich vorneweg: Um welchen Israfel geht, ist nicht bekannt. Von einem Gedicht Edgar Allen Poes über eine Anime-Serie über einen Erzengel aus dem Islam ist alles möglich und durchaus plausibel. Für The Order Of Israfel aus Schweden ist letztlich nur eines von Bedeutung: Doom. Das Quartett mit illustren Namen von Bands wie Church Of Misery und Doomdogs versteht sich auf die besonders epische Ebene dieses Genres. Ab der Acht-Minuten-Marke legen diese Herren mit hörbarer Sabbath-Schlagseite erst richtig los. Nicht nur angesichts dieser ausladenden Strukturen ist „Wisdom“ nichts für Gelegenheitshörer.

Herzstück dieses Mammuts ist „Promises Made To Earth“, mit knapp 16 Minuten Spielzeit nichts für schwache Nerven. Die Kunst an diesem Monolithen ist letztlich, dass er trotz stattlicher Präsentation zu keiner Zeit langweilt. Im Gegenteil, selbst der schroffe Bruch gen Halbzeit, der zum epischen Gitarrensolo überleitet, funktioniert. Viel gewöhnungsbedürftiger ist hingegen die schroffe, nackte Produktion, die den sakralen, mehrstimmigen Passagen so etwas wie Demo-Charakter verleiht. Dazu ist Tom Suttons Gesang über weite Strecken zumindest eigenwillig, gerade in den nasalen Passagen.

Zum Schluss des Album tun sich The Order Of Israfel ohnehin keinen Gefallen. Der Monolog von „The Vow“ und die ersten Zeilen von „Morning Sun (Satanas)“ sind an Klischee und fragwürdigem Akzent kaum zu überbieten. Mit einer Riff-geladenden, wuchtigen Meisterleistung wird dieser Makel einigermaßen aufgewogen. Viel spannender ist hingegen der Auftakt mit „Wisdom“, einer neun Minuten langen Achterbahnfahrt zwischen nackter, trockener Akustik, Cathedral-Magie und bleiernem Dauerdruck.

Starke Arrangierung, gutes Songwriting, mittelprächtige Produktion, gewöhnungsbedürftiger Gesang, untragbare Backings – „Wisdom“ mit einem 65 Minuten langen, musikalischen Gefühlschaos gleichzusetzen, wäre durchaus legitim. The Order Of Israfel stehen sich selbst im Weg, wirken zerrissen und kratzen letztlich doch irgendwie die Kurve für eine faszinierende, schwierige Platte, für ein echtes Geduldsspiel mit High- und Lowlights. Wer Lust auf einen sehr rohen Doom-Diamanten hat, wird hier fündig.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 29.08.2014
Erhätlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.theorderofisrafel.com
Facebook: www.facebook.com/TheOrderOfIsrafel

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Category: Magazin, Reviews

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