Clamfight – I Versus The Glacier

| 16. Januar 2013 | 0 Comments

Clamfight

Wie wichtig ordentliche Riffs für Rock und Metal sind, haben Clamfight erkannt. Das Quartett aus Westmont, New Jersey versteht sich auf eine infernal groovende, gelegentlich auch unwiderstehlich psychedelische Mischung aus Stoner, Sludge und Doom, gestreckt mit einer Prise Thrash und sogar Prog, wenn man ganz genau hinhört. Europäischen oder gar österreichischen Ohren sind die US-Amerikaner weitestgehend fremd, haben sie es doch mit ihrem Debütalbum „Volume I“ kaum über die Grenzen ihres eigenen Bundesstaats hinaus geschafft. „I Versus The Glacier“ wird sich ebenfalls schwer tun, was aber mit Sicherheit nicht an den musikalischen Fähigkeiten Clamfights scheitern wird.

Zunächst ist die für eine Underground-Band verdammt gute Produktion hervorzuheben, von der vor allem die Rhythmusabteilung profitiert, die mit dieser dezenten Übersteuerung ein dröhnendes, dem Genre angemessenes Fundament für die Gitarren legen, die vornehmlich für die Power dieses Albums verantwortlich sind. Clamfight schütteln ohrenbetäubend geniale Riffs aus dem Ärmel, die schon man an Black Sabbath, Mastodon oder High On Fire erinnern. Entsprechend wuchtig und monumental eröffnet „The Eagle“ die Platte, setzt das Tempo bewusst niedrig an und konzentriert sich stattdessen auf seine Melodik, seinen Groove und die bärbeißigen Vocals von Drummer Andy Martin, gegen den die Hölle ein Club Med ist.

In dieser Gangart geht es weiter, beispielsweise mit dem deutlich forscheren „Sandriders“, das Thrash-Elemente nebst Mastodon-Groove stellt und vor allem um Druck bemüht ist; viel Druck. Auch „Stealing The Ghost Horse“ oder „Age Of Reptiles“ spielen in einer ähnlichen Liga, lassen keinen Stein auf dem anderen und reihen Mörderriff an Mörderriff. Je länger das Album dauert, desto mehr instrumentale Ausflüge schleichen sich ein. Was beim Titeltrack „I Vs. The Glacier“ ’nur‘ ein längeres, psychedelisches Breakdown ist, wird gerade beim beinahe krautigen „The Green Gods Of Yog“ zu einem ganzen Song mit gewissen Wight-Qualitäten und hypnotisierenden Gitarren, die sich im richtigen Moment erheben, um ein höllisch melodisches Finale zu kreieren.

Selbst wenn diese Instrumentals schon mal eine Spur zu lange ausfallen, verlieren Clamfight zu keiner Zeit ihren Fokus, den Blick auf das Wesentliche: Riffs. An Ideen-Reichtum sind die US-Amerikaner kaum zu übertreffen, verstehen sie es doch beängstigend perfekt, bratende Gitarren nebst infernale Vocals und druckvolle, zerstörerische Drums zu stellen, um daraus eine wahrhaft tödliche Platte zu zimmern. Mit „I Versus The Glacier“ müsste das Jersey-Quartett problemlos die Tri-State-Area verlassen können, würde sich problemlos nebst Mastodon oder High On Fire zurechtfinden. Bis es so weit ist, wird man Clamfight weiterhin in kleinen, stickigen Clubs finden, in denen der Schweiß von der Decke tropft, sobald sie die Bühne betreten. Ein fetter Plattendeal muss umgehend her, das hier ist – schon jetzt – eine der besten Stoner- / Sludge-Platten des Jahres.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 22.01.2013
Erhätlich über: The Maple Forum (US-Import)

Website: www.clamfight.com
Facebook: www.facebook.com/Clamfight

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Category: Magazin, Reviews

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