Mors Principium Est – …And Death Said Live

| 14. Dezember 2012 | 0 Comments

Mors Principium Est

Lange hat‘s gedauert, aber die Finnen um Mors Principium Est scheinen endlich wieder mit stabiler Bandbesetzung in die Gänge zu kommen. Mit Andy Gillion aus Großbritannien und Andhe Chandler aus Neuseeland hat man endlich die richtigen Männer an den Äxten gefunden. Aus der finnischen Melodic-Death-Kapelle ist also ein internationales Schlachtschiff geworden. Da erstaunt es umso mehr, dass der neueste Streich „…And Death Said Live“ schwedischer klingt als so manch andere (etablierte) Vertreter der Göteborg-Schule.

Gut, die Jungs erfinden das Rad nicht neu, aber das, was es zu hören gibt, überzeugt auf ganzer Linie. Die Produktion ist druckvoll, transparent und verleiht den Songs ordentlich Schmackes. Nach einem kurzen Intro wird mit „Departure“ ohne Wenn und Aber nach vorne geprescht. Pfeilschnelles Drumming von Mikko Sipola und wieselflinke Gitarrenharmonien der beiden Neuzugänge klingen wie aus einem Guss, so als hätte man schon ewig zusammen musiziert. Die bombastischen Keyboard-Passagen und die derb-markanten Vocals von Shouter Ville Viljanen tun ihr Übriges, um aus dem Opener einen echten Brecher zu machen.

Generell ist die Stimmung des Albums relativ düster ausgefallen, was von Zeit zu Zeit Erinnerungen an Dark Tranquillity weckt („I Will Return“, „Ascension“). „Birth Of The Starchild“, welches sogar einen Gastbeitrag von Ryan Knight (The Black Dahlia Murder) vorzuweisen hat, ist ein Genickbrecher ganz im Stile von At The Gates, während „Bringer Of Light“ ein wahres Fest für Melodie- und Shred-Fetischisten ist.

Das treibende „What The Future Holds“ kann mit einem weiteren Gastauftritt aufwarten, dieses Mal von Bring Me The Horizon-Axtmann Jona Weinhofen. Der Fünfer hat es jedoch auf keinen Fall nötig, sich auf Namedropping zu reduzieren. Dafür ist das elf Songs umfassende Material einfach zu gut. Allein für den über sechsminütigen Rausschmeißer „Dead Winds Of Hope“ lohnt es sich reinzuhören: Gedrosseltes Tempo, aber nicht minder niederschmetternd.

„…And Death Said Live“ ist brutal, melodisch, rasend schnell und vor allem von Anfang bis Ende mitreißend. Das Quintett liefert den Beweis, dass man an den Roots festhalten kann, aber trotzdem frisch und modern klingen kann, ohne sich krampfhaft irgendwelchen Trends anpassen zu müssen. Ohne Untertreibung ist die vierte Platte von Mors Principium Est wohl DIE Melo-Death-Scheibe des Jahres. Bleibt nur zu hoffen, dass der Nachfolger nicht wieder fünf Jahre auf sich warten lässt.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 14.12.2012
Erhältlich über: AFM Records (Soulfood Music)

Website: www.morsprincipiumest.com
Facebook: www.facebook.com/MPEofficial

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Category: Magazin, Reviews

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