AntropomorphiA – Evangelivm Nekromantia

| 15. Oktober 2012 | 0 Comments

AntropomorphiA

Der Vergleich mit Evocation drängt sich beinahe auf: AntropomorphiA wurden 1989 gegründet, entwickelten sich zur holländischen Death Metal-Dampfwalze und verschwanden nach weniger erfolgreichen Demos und Platten relativ schnell wieder von der Bildfläche. Seit 2009 ist das Trio aus Tilburg wieder aktiv, schrieb ein komplettes Album, nur um dieses wieder zu verwerfen, und holte sich durch diverse Gigs das nötige Finetuning. Offensichtlich hat es ‚Klick‘ gemacht, denn mittlerweile hat man einen Deal mit Metal Blade an Land gezogen und stellt die mächtige Schlachtplatte „Evangelivm Nekromantia“ vor.

Natürlich sind die Herren tief in der heimatlichen Szene verwurzelt, Pestilence und Asphyx wissen durchaus zu grüßen, auch wenn es bei den Tillburgern freilich nicht so unterkühlt zugeht. Wohl verstehen sich AntropomorphiA aber auf infernale Grooves und den gelegentlichen Einsatz der Brechstange mit wachsender Begeisterung. Der Opener „Nekrophilian Mass“ schmerzt tatsächlich und trifft dabei ins Schwarze, getragen von Ferry Damens fiesem, kehligen Gekeife und peitschenden Drums. Für Abwechslung ist gesorgt, das Tempo wird immer wieder rausgenommen und verschärft, das Auftreten wirkt dynamisch und unheimlich düster, unterstützt durch das vorab veröffentlichte „Psuchagogia“, das sogar die moderne Schule und damit Neaera-Fans mitnimmt, ohne dabei das klassische Death Metal-Fahrwasser gänzlich zu verlassen.

Die Kunst dieser Platte: AntropomorphiA verstehen sich als Old School-Priester, prügeln ihren Beton aber mit einem offenen Ohr für die Gegenwart. Es sind zarte, schlicht gehaltene Elemente – beispielsweise der infernale Cattle Decapitation-Unterton, der „Fleisch“ zu Grunde liegt, jedoch ohne Hochgeschwindigkeits-Blasting und Tech-Hexlerei funktioniert. Die Niederländer machen Dampf und haben gute Songs am Start, darunter die Schlachthymne „Debauchery In Putrefaction“ mit ihrem breiten, melodischen Mittelteil, die durchaus unterhält, während die eigenartigen, nach Brechreiz klingenden Vocals in diesem Part an die Substanz gehen. Auch wenn scheinbar obligatorisches Mittelmaß die Platte ausfüllt, macht „Evangelivm Nekromantia“ als kompromissloses, klassisches Death Metal-Album mit einem kleinen Finger auf dem Puls der Zeit Laune – gute, bekömmliche Kost ohne Schnörkel.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 19.10.2012
Erhätlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: antropomorphia-official.com
Facebook: www.facebook.com/AntropomorphiA

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Category: Magazin, Reviews

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