Malefice – Awaken The Tides

| 14. Juli 2011 | 0 Comments

Malefice

„Awaken The Tides“ mag zwar das bereits dritte Album der Engländer Malefice sein, jedoch werden sie in der Metal-Szene immer noch als Geheimtipp gehandelt. Dabei hat das Quintett „Entities“ und „Dawn Of Reprisal“ schon zwei anständige Alben im Gepäck. Auch an der Live-Front konnten sie im Vorprogramm von Metal-Größen wie Sepultura, DevilDriver und Morbid Angel überzeugen. Mit dem Drittwerk will man nun versuchen auch jenseits der Insel endlich Fuß zu fassen.

Der Stil von Malefice orientiert sich klar an Szene-Größen wie Unearth, Lamb Of God oder Chimaira. Aggressiver Neo-Thrash kokettiert mit wüstem Death Metal-Geballer. Auch vom immer noch abgefeierten Metalcore wendet man sich nicht ab. Hie und da noch etwas Tech Metal eingestreut und die Mischung ist fertig. Nichts Neues, aber solange man sein Handwerk versteht, gibt es daran nichts auszusetzen. Zu Beginn des Albums ist die musikalische Ausrichtung vordergründig im Neo-Thrash angesiedelt und bietet vor Allem Freunden des gepflegten Grooves mit „Delirium“ und „Dead In The Water“ gutes Ohrenfutter. Dabei kommt auch die wuchtige, teils sterile Produktion gut zur Geltung. Bei „Minutes“ gehen die Herren etwas weniger ungestüm zu Werke und die Melodien treten deutlicher in den Vordergrund. Auch das eine oder andere vertrackte Riff taucht auf, was durchaus als Pluspunkt zu werten ist.

Dass sich Malefice nicht nur auf kompromissloses Geholze und mächtige Breakdowns fixiert haben, beweist auch das verhältnismäßig ruhige „The Day The Sky Fell“. Dale Butlers verzweifeltes Geshoute wirkt über den ruhigen Gitarren-Passagen noch intensiver. Auch der semi-cleane Chorus, unterlegt von einer Keyboard-Wand, kann überzeugen und trägt zur bedrückenden Stimmung bei. Dennoch, der Fünfer bzw. der Produzent scheint ein echtes Fable für Dropdowns zu haben. Diese findet man in den zehn Songs en masse. Viele mögen das positiv hervorheben, kann aber unter Umständen auch etwas störend wirken. Zum Beispiel bei dem eben erwähnten „The Day The Sky Fell“ erscheint es doch etwas fehl am Platz.

„Flood Of Red“ donnert in schöner Thrash-Manier auf einen zu, um beim epischen Refrain wie eine Flut über dem Hörer einzubrechen. Der Solo-Teil zeichnet sich einmal mehr mit feinen Melodien aus, wird aber leider viel zu früh von einem wuchtigen Breakdown ausgebremst. Das fast zehnminütige Epos „The Haunted“ gibt sich anfangs aggressiv, wirkt im Mittelbereich fast schon experimentell und endet mit einem klar gesungenen Outro, nahezu ausschließlich mit Akustikgitarre begleitet. Hier präsentieren sich die Insulaner von ihrer Schokoladenseite.

Malefice haben mit „Awaken The Tides“ ein ordentliches Album am Start. Um ihre oben angeführten Kollegen den Stinkefinger zeigen zu können, fehlt es noch etwas an Eingenständigkeit. Hin und wieder schleicht sich beim Gesang doch eine Brise Monotonie ein und die Melodien kommen etwas zu kurz, was Groove-Liebhaber jedoch weniger stören sollte.  Genre-Fans und Anhänger der erwähnten Bands können hier bedenkenlos ein oder beide Ohren riskieren.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 15.07.2011
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Homepage: www.maleficeuk.com
Facebook: www.facebook.com/maleficeofficial

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Category: Magazin, Reviews

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